Im Rahmen der Reihe "WortSpiele" des Bezirks Oberfranken führte der Verein "Kultur auf der Höhe" im Pressecker Sportheim eine Lesung zu Ehren des großen Dichters durch. "Alle zwei Jahre führt der Bezirk das Literaturfestival durch. Ich finde es ungemein wichtig, dass Presseck dabei ist," hob Vorsitzende Edina Thern hervor.

Doppeljubiläum

Das Thema war heuer das Doppeljubiläum anlässlich des 250. Geburtstages von Jean Paul und des 200. Geburtstages von Richard Wagner. "Wir haben uns für unsere Lesung für Jean Paul entschieden, da es den Rahmen gesprengt hätte, beide ins Programm einzubinden," erklärte Edina Thern.

Im Vorfeld haben sich die beiden Frauen zusammen mit Renate Traore Bartels zusammengesetzt, ein Konzept entwickelt und entschieden, welche Texte aus ihrem Fundus sie für die Lesung hernehmen. Bartels konnte krankheitsbedingt nicht bei dem Treffen lesen, so dass Edina Thern einen Teil ihrer Texte vortrug, während den anderen Teil Renate Traore Bartels auf Band gesprochen hatte.

Andächtiges Publikum

Bei den für die Lesung neu verfassten Texten hat man laut Edina Thern versucht, Wortschöpfungen, die Jean Paul auszeichneten, in seinem Sinne einzubauen. Natürlich durften eigene Texte Jean Pauls nicht fehlen, und so las Marianne Renke aus den Fahrten des Luftschiffers Giannozzo vor. "Ich kann gut in ferne Welten reisen wie Jean Paul, lasse mich forttragen in andere Sphären."

So kam das Publikum in den Genuss von Dialogen mit dem Mond und mit Satan, von Gedichten und Geschichten über Tage im Nebel, die Sonnenfrau, über Pferde, Küchenschaben, Gespenster und vieles mehr.

"Ich denke, Jean Paul wäre heute gerne da gewesen. Er hätte sich bestimmt gefreut über die Beiträge," zog Marianne Renke ein Resümee zum Abschluss der Lesung.