Der Kreisjugendring (KJR) Kulmbach feiert 2017 sein 70-jähriges Bestehen. Ein Jubiläum, das die Verantwortlichen zum Anlass nehmen möchten, um die Geschichte der Jugendarbeit in Kulmbach nachzuerzählen und zugleich Anlass sein soll, einen Ausblick in die Zukunft zu wagen. Das ganze Jahr über sind Aktionen geplant, die eigentliche Festveranstaltung steigt im Herbst.

Wie KJR-Geschäftsführer Jürgen Ziegler bei der Vollversammlung am Montag im Café des Kinder- und Jugendkulturzentrums "Alte Spinnerei" mitteilte, stellt sich Vorstandsmitglied Janik Wagner der großen Herausforderung, die Geschichte des KJR aufzuarbeiten: "Bislang wurden schon alte Dias und Bilder digitalisiert und als nächstes steht das Filmarchiv auf dem Programm. Die Vorstandschaft plant, dieses denkwürdige Jubiläum in einem angemessenen Rahmen zu feiern."

Als kleinen Vorgeschmack präsentierte Wagner in der Vollversammlung bereits den ersten Beitrag des Projektes KJR-TV. Wir haben mit dem 20-jährigen Kulmbacher gesprochen.

Bayerische Rundschau:Janik, Du wirst einen KJR-Jubiläumsfilm zusammenstellen. Wie bist Du auf die Idee gekommen?
Janik Wagner: YouTube ist heutzutage das Medium für die Jugend. Deshalb kam ich zu dem Schluss, einen Online-Film oder einen Film-Kanal zu entwickeln, mit dem man den direkten Zugang zu den Jugendlichen hat. Außerdem sollen sie motiviert werden, bei der Erstellung des Kanals und den Filmen mitzuhelfen.

Wer hilft Dir dabei?

Bis jetzt steht das Projekt noch in den Startlöchern. Ich trete erstmal an die Verbände und Vereine heran und frage an, ob sie Jugendliche haben, die daran interessiert sind, an der Film-Technik mitzuwirken oder Lust haben, sich mit dem Themenschwerpunkt "Jugend und politisches Engagement" auseinanderzusetzen. In der KJR-Vergangenheit waren Filme und Bilder ein wichtiges Medium. Die von mir digitalisierten alten und neuen Aufnahmen zusammenzubringen - das wird meine Aufgabe sein.

Wo werden die Arbeiten erstellt?
Bis jetzt bin ich noch daheim am Vorbereiten und lese mich ein, was Filmtechnik und Drehbuchschreiben sowie Probeszenenplanung angeht. Dann gilt es, ein Team zusammenzustellen. Ich hoffe, auch die jungen Techniker zu begeistern.

Bist Du schon "vorbelastet" bezüglich eines solchen Filmprojekts?
Eigentlich nicht so sehr, aber ich habe immer davon geträumt. Ich habe auch schon mal ein Semester mit Medien studiert und dabei gemerkt, dass ich darauf Lust habe. Jetzt mache ich eine Ausbildung als Krankenpfleger, das ist was ganz anderes. Aber ich hatte immer eine technische und eine soziale Seite in mir.

Der Umgang mit Medien hat Dich schon immer interessiert, oder?
Ja, das ist sozusagen mein Plan B, auf den ich mich nicht voll werfen will, aber wenn es klappt, würde ich gerne was damit machen. Der Beruf des Krankenpflegers ist zunächst mein sicheres Standbein.

Wie geht es denn weiter?
Erst einmal ist die Digitalisierung für das KJR-Jubiläum fertigzustellen. Die Dias sind alle durch und die Bilder, die ich aus dem Bestand vom Kreisjugendring bekommen habe, sind alle eingescannt. Jetzt bin ich an den alten Super-8-Filmrollen und bin noch auf der Suche nach einer richtigen Digitalisierungsmöglichkeit dafür.

Wie hoch war der zeitliche Aufwand für diese Arbeiten bisher?
Umfangreich. Ich musste mir erst überlegen, wie man es macht, dass es auch qualitativ hochwertig ist. Dann die ganze Sortierung, Abspeicherung, Endsortierung, denn nicht alles ist beschriftet. Die Zusammenarbeit mit dem gesamten KJR-Team ist dabei sehr wichtig.

Was treibt dich vor allem an?
Es ist mein Traum, dass die Jugend merkt, dass sie mit dem Kreisjugendring etwas erreichen kann und dass sie auch ein Sprachrohr zur Öffentlichkeit bekommt. Das soll jetzt durch den Blick in die Vergangenheit gezeigt werden.

Wird man in dem Film auch lebende Darsteller sehen?
Ja. Meine Vorstellung ist, irgendwo zwischen Talk-Show mit Anmoderation und Berichterstattung zu arbeiten.

Du freust Dich auf die Arbeit?
Auf jeden Fall!

Das Gespräch führte unser Mitarbeiter Werner Reißaus.