Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat mit dem Förderprogramm "Künste öffnen Welten" die Möglichkeit eröffnet, Kindern den Zugang zu kulturellen Angeboten zu erleichtern. Programmpartner ist die "Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.". Als Klaus Zahner, der Vorsitzende des Musikvereins Stadtsteinach, von diesem Förderprogramm gehört hat, "war ich sofort Feuer und Flamme, weil sich nicht nur für den Musikverein, sondern auch für die Schule in Stadtsteinach und für die Städtische Musikschule Kulmbach völlig neue Betätigungsfelder ergeben".

Nun trägt das Projekt die ersten Früchte, denn in Stadtsteinach wurde eine Bläserklasse gegründet. "Die Vorarbeiten waren enorm", sagt Zahner, denn: "Das Programm ist für bildungsbenachteiligte Kinder in Ballungszentren gedacht. Nach einem vergeblichen Anlauf konnte ich die BKJ überzeugen, dass auch Kinder im ländlichen Raum einen problemlosen Zugang zu Bildungsangeboten haben müssen." Der zweite Antrag wurde dann positiv beschieden.

Die Bündnispartner

"Dann sind wir auf die Suche nach Bündnispartner gegangen, weil der Musikverein alleine mit dieser Aufgabe überfordert gewesen wäre und die Projekte von drei oder mehr Partner getragen werden müssen", sagt Zahner. Bei der Schule habe man offene Türen eingerannt. "Auch die Gespräche mit Harald Streit von der Musikschule Kulmbach waren schnell erfolgreich abgeschlossen." Nun folgte der schwierigere Teil. Das Projekt musste in Angriff genommen werden.

Was sieht es nun im Einzelnen vor? "Um die Kinder bereits im Grundschulalter für Musik und Gesang zu begeistern, erhalten sie im zweiten Halbjahr der ersten Klasse und in der zweiten Klasse eine musikalische Grundausbildung durch Susanne Trottmann. Diese Ausbildung ersetzt nicht den normalen Musikunterricht, sondern ergänzt ihn", so der Vorsitzende. Die Kinder würden spielerisch mit Musikinstrumenten vertraut gemacht. "Sie singen und musizieren gemeinsam. Auf diese Weise wird die Lust geweckt, sich selbst musikalisch zu betätigen."

Gesang oder Blasinstrument

In der dritten und vierten Klasse könnten sich die jungen Musiker weiterentwickeln. "Sie haben die Möglichkeit, sich entweder für Gesang zu entscheiden oder ein Blasinstrument zu erlernen." Für den Bereich "Gesang" konnte Ausbilder Alexander Thern, ein ehemaliger Regensburger Domspatz, gewonnen werden. Die Bläserklasse leitet Stefan Krauß, ein studierter Jazztrompeter und erfahrener Leiter von Bläserklassen und Jugendorchestern. Außerdem unterrichtet er die Blechblasinstrumente. Ihm zur Seite steht Ilona Ramming, die für Holzblasinstrumente zuständig ist. Ergänzt wird das Team durch Susann Trottmann (Flöte).

Das gemeinsame Musizieren

In der Bläserklasse lernen die Kinder das gemeinsame Musizieren und erhalten Einzelunterricht. Falls Kinder sich weder für Gesang, noch für ein Blasinstrument entscheiden, sondern für ein anderes Instrument wie Gitarre oder Klavier, ist auch das möglich. Zahner: "Nach der vierten Klasse können sie sich dann entscheiden, ob sie ihre musikalische Ausbildung fortsetzen wollen. Der Musikverein bietet Einzelunterricht an und wird bei Interesse auch wieder ein Vororchester ins Leben rufen." Außerdem gebe es die Angebote der Städtischen Musikschule Kulmbach. Für Kinder, die nicht die Schule in Stadtsteinach besuchen, bietet der Verein Einzelunterricht. "Für die Blechblasinstrumente konnten wir auch hier Stefan Krauß gewinnen." Die Holzblasinstrumente unterrichtet Manfred Korkisch, den Schlagzeugunterricht gibt Simon Moritz, Flötenunterricht Katharina Korkisch.

Zahner verweist darauf, das sich das Angebot nicht nur an die Volksschüler, sondern auch an Quereinsteiger aus Stadtsteinach und den Nachbarorten richtet. Der Unkostenbeitrag betrage 25 Euro im Monat. "Hinzu kommt noch die Instrumentenmiete", so Zahner, der betont, dass die Ausbildung nicht an den Finanzen scheitern muss.