So ist die Anzahl der Betriebe im Regierungsbezirk innerhalb von fünf Jahren um 16 Prozent geschrumpft. Das hat Landtagsvizepräsidentin Inge Aures (SPD) mitgeteilt, die sich auf eine Anfrage ihres Hofer Landtagskollegen Klaus Adelt beim bayerischen Wirtschaftsministerium bezieht.

Seit 2011 haben demnach in Oberfranken insgesamt 58 Bäckereien und 103 Metzgereien geschlossen. Im Landkreis Kulmbach gab es 2011 noch 32 Bäckereien, fünf Jahre später waren es nur noch 25. Noch deutlicher ist der Rückgang der Metzgereien von 54 auf 44 im gleichen Zeitraum.


Auch das Personal schrumpft


Mit der sinkenden Zahl an Betrieben ist laut MdL Inge Aures auch ein Rückgang beim Personal verbunden. Die Zahl der im Lebensmittelhandwerk tätigen Personen in Oberfranken ist von 2011 bis 2014 von 9368 auf 9033 zurückgegangen. Im Landkreis Kulmbach schrumpfte die Beschäftigtenzahl um 74 Personen
- von 755 auf 681.

Für die Jahre 2015 und 2016 liegen noch keine Zahlen vor.

MdL Aures betont, dass viele Betriebe händeringend nach Auszubildenden und qualifiziertem Personal suchen. "Häufig mangelt es nicht an der Nachfrage der Kunden, sondern es fehlt einfach ein geeigneter Nachfolger für das Unternehmen oder neue Angestellte", betont die Landtagsvizepräsidentin.

Die Zahlen bei der Ausbildungssituation geben Aures recht: Von 2011 bis 2016 nahm die Anzahl der Lehrlinge im oberfränkischen Lebensmittelhandwerk von 932 um 452 auf 480 ab, das ist fast eine Halbierung.


"Politik muss sich einmischen"


Für die Kulmbacher Abgeordnete ist klar: "Bäcker und Metzger sind Grundpfeiler der Nahversorgung. Sie sind aber auch Genussbotschafter. Um diese Berufe zu erhalten, muss sich die Politik einmischen." Eine Möglichkeit wäre, die Ausbildung zum Meister endlich kostenfrei zu gestalten.

"Wir brauchen keinen Meisterbonus, wir brauchen einen kostenfreien Meister. Das wäre ein echter Schritt nach vorne", ist Aures überzeugt.