Die Begeisterung der Kinder kannte keine Grenzen. Für sie wurde das Neuenmarkter Schulprojekt "Gemüse pflanzen - gesund ernten" zu einem echten Erlebnis. "Wir konnten da richtig viel schaufeln, bohren und hämmern", schwärmte der zehnjährige Niklas Wanierke. Charlotte Müller (10) dagegen stufte die handwerklichen Arbeiten als "richtig schwer" ein. Dennoch sei es ein Spaß gewesen, "dass wir etwas zusammen bauen durften!"


Projekt der Baywa-Stiftung


Das "Etwas" waren zwei Gemüsehochbeete, die im Rahmen eines Projekts der Baywa-Stiftung angelegt werden mussten. Die Grundschule Neuenmarkt-Wirsberg hatte sich beworben und als einzige Schule im Landkreis Kulmbach den Zuschlag bekommen, was Konrektorin Sabine Mörlein sehr freute.

Wie Cornelia Ast erläuterte, sei es Ziel der Baywa-Stfitung, das Ernährungswissen an Schulen zu fördern.
Viele Kinder wüssten nicht, woher das Gemüse im Rregal tatsächlich stammt. Die Kinder hatten die Aufgabe, zwei Hochbeete anzulegen und zu bepflanzen. Künftig sind sie auch für den Aufwuchs der Pflänzchen zuständig, bis sie nach der Ernte als Pausen- und Mittagssnack verspeist werden. Insgesamt stellt die Stiftung 4000 Euro zur Verfügung.

Das Projekt soll schließlich auch Wissen rund um eine gesunde Ernährung vermitteln und dazu anregen, mehr frisches Obst und Gemüse zu essen.


Echte Teamarbeit gefragt


Schon beim Bau der Hochbeete war echte Teamarbeit gefragt. Schüler und Lehrer packten gemeinsam an, und schnell flossen die ersten Schweißperlen über die Stirn.

Die Schüler waren in zwei Gruppen eingeteilt. Während die eine die Hochbeete mit Kompost und Erde befüllte, lernte die andere in der Schulküche auf spielerische Art, wie man gesunde Speisen zubereiten kann. Mit den Broten mit Kräuteraufstrichen konnten sich die kleinen "Gärtner" stärken.

Natürlich war das Bepflanzen der Hochbeete mit den gängigen Salatpflanzen der Höhepunkt der Projektarbeit. Die Kids strahlten um die Wette, als ihnen Cornelia Ast als Lohn das Schild "Unser Schulbeet" übergab.


Vom Samenkorn zur Pflanze


Wie kam aber die Baywa-Stiftung auf die Idee für ihre Initiative? "Wir mussten feststellen, dass die Kinder entweder gar kein Pausenbrot in die Schule mitbrachten oder Kartoffelchips und Cola. Zuerst haben wir mit Frühstückspatenschaften angefangen, aber dann haben wir gesagt, dass wir das Problem an der Wurzel packen müssen. Jetzt lernen die Kinder anschaulich, was gesunde Ernährung heißt und wie lange es dauert, bis aus einem Samenkorn eine Pflanze wird."

Konrektorin Sabine Mörlein zeigte sich nach zwei Stunden harter Arbeit erleichtert: "Es hat alles gut geklappt. Wir haben auch ein Gartenhaus bekommen, das noch mit dem Elternbeirat aufgebaut werden muss. In diesem grünen Klassenzimmer sollen die Gartengeräte untergebracht und bei schönem Wetter auch mal ein Unterricht im Freien gehalten werden."

"Man kann die Kinder nur beglückwünschen, dass sie bei dem Projekt der Baywa mitmachen durften", meinte Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD).

Und Samuel Rieß (9) pflichtete dem Schulverbandsvorsitzenden bei: "Es ist schön, gemeinsam für die anderen zu kochen. Wir haben auch den Kompost in das Hochbeet gebracht. Es war ganz cool."