Nachdem der bisherige Leitende Arzt der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie, Franz Gaschler, in den Ruhestand verabschiedet wurde, stellt sich das Haus in diesem wichtigen medizinischen Bereich neu auf und erweitert damit auch das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten.


Fachbereich mit drei Leitenden Ärzten


Der Fachbereich wird aufgeteilt. Thoraxchirurgie und Gefäßchirurgie arbeiten auch künftig Hand in Hand, aber mit drei neuen Leitenden Ärzten an der Spitze der beiden nun selbstständigen Kliniken. "Diese Aufspaltung ermöglicht uns einen sinnvollen weiteren Ausbau unseres medizinischen Leistungsspektrums", so Brigitte Angermann. Die Geschäftsführerin des Klinikums freut sich, dass das Haus drei fachlich hochkompetente Ärzte engagieren konnte. Von der personellen Verstärkung verspricht sich Angermann weitere Zuwächse und vor allem auch ein erweitertes Therapiespektrum für die wachsende Zahl von Patienten.

Das Thoraxzentrum wird künftig von Thomas Bohrer geleitet. "Er genießt einen hervorragenden Ruf über die Region hinaus", sagt Brigitte Angermann. Das gelte auch für den Mediziner, der als Unterstützung für den Aufbau des Zentrums gewonnen werden konnte: Professor Klaus Henneking, langjähriger ärztlicher Direktor des Klinikums Bayreuth, ist nun ebenfalls am Klinikum Kulmbach tätig.


Personell gut aufgestellt


"Personell sind wir gut aufgestellt", hebt Thomas Bohrer hervor. Das Team des Thoraxzentrums hat große Pläne, in die auch die Klinik für Pneumologie unter Leitung von Joseph Alhanna eng eingebunden sein wird. Unter anderem wird es am Klinikum künftig möglich sein, Tochtergeschwulste der Lunge mit Laserchirurgie zu behandeln. "Das ist ein besonders schonendes Operationsverfahren", erläutert Bohrer. Das modernste Lasergerät, das derzeit auf dem Markt ist, wurde bereits angeschafft und wird in diesen Tagen in Betrieb genommen.

Tumorchirurgie ist laut Bohrer das größte Aufgabengebiet des Thoraxzentrums. Die Gefäßchirurgie wird künftig gemeinsam von Ingo Maatz und Gerald Hahn geleitet, der sich als gebürtiger Kulmbacher bestens in der Stadt auskennt. Die beiden Fachärzte arbeiten bereits seit zehn Jahren als Team zusammen. "Wir wollen hierarchiefrei auf Augenhöhe zusammenarbeiten, es wird keinen leitenden Operateur geben", machen Maatz und Hahn deutlich.


Neue Techniken sollen etabliert werden


Auch in der Gefäßchirurgie wird sich das Angebot der medizinischen Leistungen erweitern. Neue Techniken sollen etabliert werden. So wird es dabei um "endovaskuläre Techniken" gehen. Diese Operationsverfahren sind revolutionär. Wo bislang ein großer Schnitt in den Bauch nötig war, können mithilfe dieser neuen Technik dieselben Erfolge mit nur noch zwei kleinen Schnitten in der Leiste erreicht werden. Der größte Vorteil: Patienten müssen nicht zunächst auf der Intensivstation behandelt werden, sondern sind nach dem Aufwachen "fit".

Landrat Klaus Peter Söllner, Vorsitzender des Zweckverbands Klinikum, sieht diese Neuordnung als "wirkliche Bereicherung für unser Haus" an. "Wir konnten echte Spitzenmediziner gewinnen, durch die unser Klinikum eine weitere beachtliche Aufwertung erfährt. Das ist ein absolut positives Signal für die Zukunft." Und OB Henry Schramm ergänzt: "Wir wollen nicht nur baulich und durch unseren guten Service, sondern auch durch Spitzenmedizin überzeugen."