Seit Montag muss man in Bayern eine FFP2-Maske tragen, um den öffentlichen Nahverkehr nutzen oder Einzelhandelsgeschäfte betreten zu dürfen. Für viele Menschen ist das finanziell kein leicht zu stemmmendes Unterfangen, insbesondere, da die Preise kontinuierlich zu steigen scheinen.

"Mir haben Senioren erzählt, dass sie in manchen Geschäften 7,50 Euro für eine einzelne Maske bezahlen mussten", sagte Christina Flauder, Vorsitzende des Seniorenbeirats, bei einer Pressekonferenz am Dienstagmittag im Kulmbacher Rathaus.

Fast an die Decke gehüpft

Als sie im Radio von der Aktion einer anderen Kommune gehört habe, habe sie sogleich Kulmbachs zweiten Bürgermeister Frank Wilzok informiert. "Ich wollte eine unbürokratische und schnelle Aktion, denn mein Motto lautet: Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Ausreden", ergänzte Christina Flauder.

Als sie von Frank Wilzok dann erfahren habe, dass sich die Firma Fiatec GmbH aus Mainleus just in dem Moment, in dem die Stadt Kulmbach tätig werden wollte, dazu bereit erklärt hatte, 10 000 FFP2-Masken zur Verteilung an die Bürgerinnen und Bürger zu spenden, sei sie vor Freude fast an die Decke gehüpft, so Flauder. "Was für ein Lichtblick in diesen trüben Tagen."

Hoffen auf Nachahmer

Matthias Eber und Steffan Trnetschek, Geschäftsführer der Fiatec GmbH, wollten der Kommune etwas zurückgeben. "Wir hatten zwar auch Einbußen, hatten aber Glück und konnten das letzte Jahr relativ gut überstehen", erklärte Eber.

Die Masken werden solange Vorrat reicht kostenfrei an die Bürgerinnen und Bürger abgegeben. In Kulmbach wird die Verteilaktion am Mittwoch zwischen 15 und 19 Uhr auf dem Parkplatz des Globus-Baumarkts durchgeführt. "Mit Unterstützung von BRK und THW wird ein Einbahnstraßensystem eingerichtet. Jedes Auto erhält einen Beutel mit jeweils sechs FFP2-Masken", erklärte Frank Wilzok. Darüber hinaus stünden zwei Mitarbeiter des BRK und THW mit einer Spendenbox bereit.

In der Gemeinde Mainleus werden nach dem gleichen System kostenfreie FFP2-Masken am Samstag zwischen 9 und 14 Uhr in der Spinnereistraße 9 ausgegeben.

"Wir werden einen Großteil der Masken verteilen, jedoch auch einige zur Verteilung über die Tafel sowie für die Obdachlosenhilfe zurückbehalten", ergänzte Wilzok. Auch überlege man sich noch eine Aktion, bei der man Masken an Menschen verteilen könne, die kein Auto haben. Man wolle aber keine tumultartigen Szenen haben, die dazu zwingen würden, die Aktion abzubrechen.