Der Bund Fränkischer Künstler sorgt alljährlich mit seinem Kunstsymposion auf der Plassenburg und mit seiner Mitgliederausstellung in der Großen Hofstube für eine Bereicherung des kulturellen Lebens in Kulmbach. In diesem Jahr initiierte der Zusammenschluss erstmals eine weitere Exposition - und stellte seine neuen Mitglieder vor. 15 Neue hat der Verein aufgenommen, erklärte Vorsitzender Horst-Hermann Hofmann. "Die Künstler müssen bei uns ein Aufnahmeverfahren durchlaufen. Jetzt müssen sie in der Öffentlichkeit überzeugen", sagte Hofmann. Und das gelang den Künstlern im Badhaus auf vielfältigste Weise.


Glasplastiken der besonderen Art


Jari Vassinger präsentierte bei der Vernissage Glasplastiken der besonderen Art. Seine Werke heißen "Engel für Karel Kryl", "Farbenlehre nach Johann Wolfgang von Goethe" oder "Napoleon". Persönlich gefällt dem tschechischen Künstler, der in Asch lebt und arbeitet, aber sein Werk "David Harfe" am besten. "Ich habe im Louvre eine mehr als 4000 Jahre alte Harfe gesehen. Die hat mich inspiriert, ich habe sie aus Glas nachgebaut. Das Glas ist geschliffen, geklebt, gefärbt", erklärt Vassinger seine aufwendige Kunst.

"Kunst muss mehr sein als Können. Kunst ist ein Mysterium", sagte Hans-Hermann Hofmann bei der Vernissage.

Wolfgang Blischke präsentierte nur ein einziges Ölgemälde: Es trägt den Titel "Die drei Schwestern".


Kunterbunte Keramiken


Eva Eiber, eine studierte Kunsthistorikerin, lässt in ihren Acrylbildern Urlaubsimpressionen einfließen. "Urlaub", "Allee" oder "Im Gebirge" nennt sie ihre Werke. Ihr Mann Reinhard Eiber hat eine völlig andere Ausdrucksform der Kunst gewählt: Er fertigt kunterbunte Keramiken und zeigt im Badhaus eine Gans, eine Eule und einen Eulenturm.

Kunst, bei der es sich lohnt, mehrmals hinzuschauen, steuerte die Silberschmiedin Angelika Kern bei. Kern wählt für ihre Werke Mini-Formate. Auch das Material ist speziell: So handelt es sich bei ihrem Werk "Wasserturm" - ein hauchzartes Türmchen, das erst auf den zweiten Blick erkennbar ist - um einen Gelatineabzug. Mehr als ein halbes Jahr benötigte die Künstlerin, um ihre Miniatur-Bilder im Diaformat zu fertigen. Sie mischte Zitronensäure, Tusche und Pigmente. Das Papier riss auf und kleine Kunstwerke entstanden.

Unter den Neuen im Bund Fränkischer Künstler sind allerdings nicht nur Profis, sondern auch Autodidakten. Gisela Glück zeigte Acrylbilder. Brigitte Heck hatte die Collagentechnik gewählt. Und Martina Karsch präsentierte im Badhaus einen "Wasserzyklus" in ihrer Lieblingsfarbe blau. "Ich gieße Farbe auf die Leinwand und male erst dann", verriet Karsch ihre Technik.


Frauen voller Schaffenskraft


Waltraud Keyn ist Kunsterzieherin. Sie hat jahrelang in Italien gelebt und gemalt. Sie lässt sich durch quadratische Formate inspirieren. Conny Kopps Werke bestechen durch Kontraste, sind extrem farbig. Rosemary Keßler malt Blumen. Und Antonia Schaffrien aus Nürnberg hat mit gegenständlichen Bildern angefangen, löst sich aber zusehends.

Ebenfalls neu im Bund Fränkischer Künstler ins Angelika Scheibler. Sie präsentierte Gartenimpressionen nach Max Liebermann und andere Acrylbilder. Annick Servant kam durch eine Kunsttherapie zum Malen. Sie experimentiert mit Farben, Pinsel und Spachteln und erweckt Gefühle in ihren Bildern.

Ralf Hartnack hieß als Vertreter der Stadt Kulmbach die Künstler in Kulmbach willkommen und freute sich, dass der Bund Fränkischer Künstler bereits neunzig Jahre seine Hauptausstellung in Kulmbach durchführt. "Ich bin von der Vielfalt begeistert. Mit den Neuen hat der Bund Fränkischer Künstler einen sehr guten Griff getan", sagte Hartnack.

Bei der Vernissage sorgten Laura und Sophie Meile auf dem Klavier für gute musikalische Unterhaltung.

Die Ausstellung ist noch bis 1. Juli im Badhaus zu sehen. Öffnungszeiten: freitags, samstags und sonntags, jeweils von 13 bis 17 Uhr.