Das hat ihnen gefallen, den vorwiegend älteren Besuchern, das war ganz nach ihren Herzen: "Die Sternstunden des volkstümlichen Schlagers" in der Dr.-Stammberger-Halle, die Stars aus dem Fernsehen mal hautnah zu erleben. Sie entführten in eine heile Welt voller Heimatliebe, zu dem kleinen Hütterl, wo der Gebirgsbach rauscht und man sich Rosen schenkt, wo der Song "Patrona Bavariae" Wiederauferstehung feierte.
Und auch ein bisschen Modernität herrschte, Pariser Flair zog ein und die Schönheit der Welt wurde beschrieben.
Über so ein beifallsfreudiges und zuneigendes Publikum wie in Kulmbach dürfen sich Künstler so richtig freuen und das haben sie sich auch an diesem frühen Abend verdient. Denn knapp drei Stunden wurde ein abwechslungsreiches, buntes Programm geboten, mit verschiedenen Stilrichtungen, gesanglicher Qualität und eben der Trip zurück in die Vergangenheit.
Da griffen manche im Publikum zum Taschentuch, wischten sich eine Träne der Rührung aus den Augen. Besonders wenn Judith und Mel, die zwei aus dem hohen Norden, Melancholie wie einen weiten Teppich ausbreiteten, die Bühne in gedämpftes Licht versank und "Die Zeit vergeht" mit viel Seelenbalsam intonierten.
Mara Kayser, diese glutäugige Verführerin, ausgestattet mit einer variierenden licht-dunklen Stimme, gab dem Konzert die in die Tiefe gehende Note, man hätte eine Stecknadel fallen hören, so gebannt wurde ihren Songs zugehört. Sie konnte die Stimmung aber ebenso auf den Siedepunkt treiben bei mitreißenden Schlagern.

Furioses Finale

Wer mag sie nicht, die zwei Hübschen aus dem Kufsteiner Land: Sigrid und Marina. Die ihre Verbundenheit zu den Bergen, zu den Tälern authentisch beschworen, fein nuanciert und gefühlvoll agierten. Um später ihre ganz andere Seite zu zeigen, in einer Paris-Show im fluoreszierenden Licht. Da träumte nicht nur der Eiffelturm von der Liebe, sondern der ganze Saal, die langen, schlanken Beine wirbelten gekonnt über die Bühne.
Und dann gab es ja noch die Geschwister Niederbacher aus dem Pustertal, aus einer Familie, die seit Jahrzehnten Musik weitergibt und den Flair der Südtiroler. Sie wagten sich sogar an Flippers-Melodien, machten das geschickt und ziemlich echt. Herrlich ihre unverbrauchte Sangesfreude und ihre ansteckende Fröhlichkeit. Bliebe noch der Willi Seitz vom Naabtal-Duo. Er forderte zum Mitsingen auf - alle gehorchten -, erklärte bayerisches Leben und ließ die unvergessenen Hits wieder aufleben. Man winkte hinauf zu ihm, den Leuten gefiel es. Alle Mitwirkenden stimmten zusammen ein furioses Finale an, vereinten nochmals ihre Fähigkeiten im Chor.
Das Publikum klatschte begeistert mit, war überwältigt. So auch das Ehepaar Adelgunde und Theo, das extra aus Ebermannstadt in die Bierstadt kam. "Uns hat es richtig Spaß gemacht, für jeden Geschmack war etwa dabei. Es hat sich gelohnt", so ihre Kommentar.