In vier Jahren werden die ersten Schülerinnen und Schüler die Waldorfschule Wernstein mit dem Abitur in der Tasche verlassen. "Die Planungen für den Ausbau unseres Angebots stehen", sagt Nils Bräunig, Geschäftsführer der Schule. "Wir sind schon mitten in den Vorbereitungen."

Bislang hatte die Schule nur zehn Klassen. Danach konnten die Schüler entweder in einer externen Prüfung den Quali ablegen oder an die Waldorfschulen in Hof oder Coburg oder an staatliche Schulen wechseln. Ab dem übernächsten Schuljahr wird es nun auch in Wernstein eine elfte Klasse geben, im Jahr darauf eine zwölfte und ab 2017/18 eine 13. Klasse, die die Schüler auf das Abitur vorbereitet. Nach der elften Klasse kann ab 2016/17 außerdem die Mittlere Reife gemacht werden. Die Prüfungen werden extern an staatlichen Schulen abgelegt.

Rahmenbedingungen für den Ausbau stimmen

"Unsere Schule hat sich bewährt, die Rahmenbedingungen für den Ausbau stimmen", sagt Bräunig. Anlass für die Entscheidung waren Gespräche mit dem Kultusministerium. "Die Motivation kommt aber aus der Schule selbst. Die Eltern sind dabei, und auch die Schüler haben großes Interesse." Bräunig rechnet mit einer Zunahme der Schülerzahlen von derzeit 125 Schülern auf bis zu 250. "Das Interesse an freien Schulen wächst, und Hindernisse, wie etwa mangelnde Verkehrsanbindung, werden wir gezielt angehen."

Kosten wird der Ausbau der Schule rund 1,6 Millionen Euro. Nötig ist unter anderem ein Neubau mit mehreren Klassenzimmern und einer Aula. Allein dieser Neubau wird mit einer Million Euro zu Buche schlagen. "Wir bekommen 830 000 Euro an staatlichen Zuschüssen", erklärt Bräunig. Den Rest muss die Schule selbst aufbringen. "Die Eltern unserer Schüler haben uns schon 28 000 Euro an Spenden zugesagt." Auch zusätzliche Lehrmittel müssen angeschafft werden, Klassenzimmer vor allem für die naturwissenschaftlichen Fächer neu ausgestattet werden. Auch neue Lehrkräfte werden gebraucht.

Für alle drei Abschlüsse sieht die Waldorfschule ein Jahr mehr vor als die staatliche Regelschule. "Unsere Art zu lernen soll anders sein, dem Kind mehr Zeit geben, ohne Inhalte zu reduzieren", erklärt Bräunig. Das Angebot der Waldorfschule könne so auch eine Alternative zum per G8 verordneten Schulstress sein. "Ohne Druck lernt es sich fundierter, und die Fähigkeiten bleiben ein Leben lang präsent."


Die Freie Waldorfschule Wernstein

Geschichte Die Schule entstand aus einem Kommunenprojekt in den 1970er Jahren, seit 1981 ist sie genehmigte Waldorfschule, seit 1994 auf dem Gelände am Ortsrand von Veitlahm ansässig.

Konzept
Die Pädagogik nach Rudolf Steiner sieht vor, die individuelle Entwicklung von Kindern zu fördern, mit einem Schwerpunkt auf künstlerischen, musischen und handwerklichen Tätigkeiten und Bezug zur Natur.
Anmeldungen sind jederzeit möglich. Auch während des laufenden Schuljahrs kann gewechselt werden.

Tag der Offenen Tür Am 29. März wird um 11 Uhr bei einem Festakt das Ausbau-Konzept vorgestellt, ab 13 Uhr kann die Schule besichtigt werden, ab 14 Uhr der Kindergarten.

Weitere Informationen telefonisch unter 09229 /7052 oderim Internet.