Heute: Markus Tutsch (Bündnis 90/Die Grünen) fordert Georg Hock (AfD) heraus.

Die Regeln unserer Serie "Jeder gegen jeden" zur Bundestagswahl sind denkbar einfach: Jeder Kandidat darf jedem anderen Kandidaten eine Frage stellen. Nach der Antwort des Befragten hat der Fragesteller noch die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Heute will Markus Tutsch (Bündnis 90/Die Grünen) von Georg Hock (AfD) wissen, wie er sich europäischen Arbeitsmarkt und europäische Integration vorstellt.

Markus Tutsch: Was können die heute 18- Jährigen von Ihrer Partei in puncto europäischer Arbeitsmarkt und europäische Integration erwarten?

Georg Hock: Der europäische Arbeitsmarkt, inklusive freier Berufswahl in der Europäischen Union - auch wenn wir diese zu einer Wirtschafts- und Interessengemeinschaft souveräner, lose verbundener Einzelstaaten (ehemals EWG) zurückführen wollen - steht den von Ihnen genannten 18-Jährigen selbstverständlich offen. Ich freue mich über jeden Jugendlichen, der diese Vorzüge für eine Erwerbsarbeit bzw. das Sammeln von Erfahrungen für den späteren Lebensweg genießen kann.

Das Herzeigen von Ausweis oder Pass an den hoffentlich bald wieder installierten Grenzkontrollen steht dieser Reiselust ganz sicher nicht im Wege. Eine europäische Integration (was genau soll das sein?), wie von Ihnen so gerne schwammig formuliert, lehnt die AfD ab. Wir sind für die Zurückführung der Europäischen Union in einen Staatenbund souveräner Staaten. Wir wollen keine Vereinigten Staaten von Europa, keine EU-Gesamthaftung Deutschlands für die Schulden anderer EU-Länder (speziell der Südländer unter der Führung Frankreichs), kein EU-Budget und keinen EU-Finanzminister. Wir wollen den EU-Größenwahn stoppen.

Die AfD steht für die deutsche Leitkultur, statt Multikulturalismus. Die doppelte Staatsbürgerschaft wird von uns abgelehnt. Innerhalb dieser Vorgaben darf sich auch jeder Nichtdeutsche bei uns "integrieren", soweit er Vorteile für unser Land mitbringt. Noch besser wäre die Assimilierung. Dann gibt es die wenigsten Probleme. Und das wollen wir doch alle.

Markus Tutsch:
Deutschland ist bereits seit seiner Gründung (1874) ein Zusammenschluss von unterschiedlichen Kulturen und das Ergebnis einer Vereinigung von unabhängigen Ländern mit unterschiedlichen historischen Hintergründen. Eine Leitkultur ist eine Gehirnblähung rechter Ideologen, die offensichtlich noch nie ein Geschichtsbuch in die Hände genommen haben und hat nie existiert. Nationalitäten und Abschottung werden uns nicht helfen, mit den globalen Herausforderungen der Zukunft fertig zu werden. Eine offene Gesellschaft, die an Werten orientiert ist, wird unabhängig von der Nationalität, erfolgreicher auf Veränderungen reagieren können als jede isolierte.

Im Teil 21 unserer Serie fragt Markus Tutsch (Bündnis 90/Die Grünen) Stefan Wolf (FDP), was die Menschen von seiner Partei bei der Vermeidung von Kinder- und Altersarmut erwarten können?


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