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Thurnau
Abitur

Ihr stehen alle Wege offen

Nach ihrem Traum-Abitur am CVG möchte die Veronica Witzgall Medizin studieren - wie ihr Papa und ihr Opa.
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Mit ihrem Hund Caesar verbringt Veronica Witzgall viel Zeit. Foto: privat
Mit ihrem Hund Caesar verbringt Veronica Witzgall viel Zeit. Foto: privat

Am 17. Juli stand Veronica Witzgall in der Kulmbacher Stadthalle und freute sich über den Applaus ihrer Mitschüler. Als Schulbeste hatte sie mit einem Durchschnitt von 0,81 ihre Schullaufbahn am Caspar-Vischer-Gymnasium abgeschlossen, ein Schnitt, mit dem ihr alle Wege offen stehen. Welchen sie beschreiten will, das weiß die 18-jährige ganz genau.

"Ich habe ein großes Interesse für die Medizin, deswegen habe ich mich an der Universität Erlangen beworben", sagt die Absolventin aus Thurnau. Dieses Interesse bekam sie schon in die Wiege gelegt, hatten ihr eigener Vater und Großvater doch ebenfalls Medizin in Erlangen studiert.

"Kein großes Problem"

Rückblickend auf ihre Schullaufbahn fühlte sie sich von ihren Mitschülern nicht immer so geschätzt. "In der Grundschule und Unterstufe war es nicht einfach, wegen meiner guten Noten wurde ich oft abgestempelt." Aber ab der 8. Klasse sei es besser geworden, seitdem habe sie ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis zu Mitschülern wie auch zu Lehrern gehabt.

Veronica war in dem ersten Jahrgang, der sich am CVG als eine der Pilotschulen in Bayern für die Mittelstufe Plus entscheiden konnte, also das Gymnasium in neun anstatt acht Jahren zu durchlaufen. "Ich habe mich bewusst für die acht Jahre entschieden, für mich war das kein großes Problem." Trotz des Nachmittagsunterrichts in der Mittelstufe habe sie ihren außerschulischen Interessen weiter nachgehen können.

Musikalisches Mädchen

Veronica spielt Klavier und Saxofon, war Mitglied der CVG-Big Band und im Musikverein Thurnau. "In meiner Freizeit reite ich und ich verbringe viel Zeit mit meinem Hund Caesar, einem Elo." Sie hört gerne die Musik der Charts, liebt aber auch Klassik, geht gleichermaßen gerne ins Theater wie ins Kino. Beim Essen hält sie sich am liebsten an mediterrane Gerichte. Klingt doch ganz normal, mag man meinen, wie schafft man also einen solchen Traumschnitt und räumt noch dazu die Auszeichnung für das beste Abitur in Latein des Landesverbandes Bayern im Deutschen Altphilologenverband ab? "Wichtig ist es in Latein, in den ersten drei Jahren am Ball zu bleiben, danach kommt nicht mehr viel Neues", lacht die Absolventin.

Sie sei immer schon eine gute Schülerin gewesen, die auch gerne liest. "Durch das Lesen bekommt man ein Gefühl für Sprache, man kann Texte in jedem Fach besser verstehen und zum Beispiel auch Textaufgaben in Mathe schnell begreifen." Sie empfiehlt den nachfolgenden Jahrgangsstufen, bereits in der Unter- und Mittelstufe eine gute Basis zu legen, denn "wenn ich in der Oberstufe erst Defizite aufholen muss, kann das knapp werden".

Bestens vernetzt

Die letzten Wochen vor dem Abitur waren auch für sie außergewöhnlich, aber sie fühlte sich durch ihre Lehrer klasse betreut. "Durch die Ausgangsbeschränkungen hatten auch wir Schüler untereinander via Skype viel Kontakt, haben zusammen gelernt, waren bestens vernetzt." Dennoch habe das Zusammensein gefehlt.

Daher erhofft sie sich, dass sie den Kontakt zu den ihr wichtigen Menschen nicht verliert. "Für die Gesellschaft wünsche ich mir, dass die Menschen toleranter werden und niemanden diskriminieren, und dass die extreme Schnelllebigkeit wieder abnimmt." Die Menschen würden nach immer mehr streben, sie sollten sich stattdessen auf sich selbst besinnen und andere Lebewesen achten - Stichwort Tierwohl. Für sich selbst hofft sie, dass sie ihren Wunschstudienplatz bekommt, damit sie sich ihren Zukunftswunsch erfüllen kann: Eine eigene Familie, einen Beruf, den sie mit Freude ausübt und ein Umfeld, das angenehm ist "und in dem ich so sein kann, wie ich bin."