In der ersten Jahreshälfte gab es bundesweit über 1000 Masernfälle. Im gesamten Vorjahr waren nur 166 registriert worden. Im Landkreis Kulmbach gab es dagegen bis Ende Juni keinen einzigen Masernfall. Auch im vergangenen Jahr war das so - lediglich ein Verdacht trat auf, der sich jedoch glücklicherweise nicht bestätigte.


Ärzte und Eltern beugen vor

Dieter Weiss, Leiter des Gesundheitsamts in Kulmbach, lobt in diesem Zusammenhang die Präventionsarbeit der Ärzte und Kinderärzte im Landkreis: "In Kulmbach liegt die Impfquote bei über 90 Prozent, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass wir keine Masernfälle haben."

Allerdings verweist der Mediziner auch darauf, dass bei Verdacht auf Masern oder dem Feststellen der Erkrankung sofort gehandelt werden muss: "Es müssen die Kontaktpersonen der Erkrankten festgestellt werden, damit diese
anschließend geimpft werden können. So kann der Krankheitsverlauf gelindert oder ganz verhindert werden."

Der Kinderarzt Patrick Muzzolini aus Kulmbach empfiehlt die Impfung - 99 Prozent seiner Patienten haben den Impfschutz gegen Masern: "Ich finde auf jeden Fall, dass Kinder geimpft werden sollten, denn nur wenn mehr als 95 Prozent der Bevölkerung geimpft ist, geht auch ein Schutz für die jüngeren Kinder davon aus. Der Impfstoff ist erst ab elf Monaten frei gegeben. Daher ist es wichtig, dass die Älteren geimpft sind und die Jüngeren somit keine Möglichkeit haben, sich bei Erkrankten anzustecken."


"Es geht um Aufklärung"

Trotzdem spricht sich Muzzolini gegen eine von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) vorgeschlagene Impfverpflichtung aus: "Es geht vor allem um Aufklärung. Die Eltern müssen Vorteile und auch Risiken der Impfung kennen. Es ist wichtig, sich richtig zu informieren, bevor man vorschnell Entscheidungen trifft." Dennoch befürwortet Muzzolini eine vorgezogene Impfüberprüfung, die ebenfalls in der Politik laut wurde. Dabei könnten Impflücken viel früher aufgedeckt werden.


Die Masern

Krankheit Masern sind sehr hartnäckig, hochansteckend und gefährlich. Über mehrere Tage hinweg kommt es zu Entzündungen der Schleimhäute, des Atemtraktes und der Augenbindehäute. Hinzu können Symptome wie Übelkeit, Fieber bis zu 41 Grad, Hals- und Kopfschmerzen kommen. Im Anschluss kommt es dann zu einem großfleckigen Ausschlag. Für Erwachsene sind die Masern meist gefährlicher als für Kinder.

Impfung Die Impfung gegen Masern wird in Kombination verabreicht: Masern-Mumps-Röteln oder sogar auch Masern-Mumps-Röteln-Windpocken. Dabei wird ein abgeschwächter Lebendimpfstoff verwendet.