Wenn das neue Jahr so wird, wie das Konzert zum Auftakt, dann wird 2014 ein Jahr mit Niveau und mit viel Humor werden. Beim Neujahrskonzert wagten die Hofer Symphoniker erstmals ein Experiment. Sie verpflichteten Frankens Komiker-Do Heißmann & Rassau als Moderatoren. Und natürlich blieb es nicht nur beim "Ansagen" der Stücke, sondern Heißmann & Rassau hatten auch ihr eigenes Repertoire an lustige Anekdoten, Witzen und Frotzeleien dabei.

Höhepunkt war ihr Auftritt als "Waltraud und Mariechen". Denn in dieser Rolle liebt das Publikum die beiden seit Jahren. Martin Rassau alias Waltraud kam im flippigen Zebra-Look und moderierte im Giraffen-Anzug, Volker Heißmann dagegen hatte sich ihr groß gemustertes Rüschenkleid, kombiniert mit getupften Strümpfen und Haarschleife ausgesucht. Für eine echte Überraschung sorgte Heißmann allerdings nicht mit der Kleidung, sondern mit seinen musikalischen Auftritten.
Denn Heißmann kann nicht nur komisch sein, sondern er hat eine hörenswerte Bariton-Stimme. "Ganz ohne Weiber..." sang er und versetzte das Publikum in Staunen. Aber auch seinen Auftritt als fränkischer Vater aus dem Musical "My fair lady" meisterte er mit Bravour. Heißmann schaffte sogar den Spagat zum nachdenklichen Genre. Aus dem Musical "Sunset Boulevard" von Andrew Lloyd Webber gab er den "Ein gutes Jahr" zum Besten.

Natürlich wollte auch Martin Rassau nicht nur als Moderator dastehen. Er gab eine Kostprobe auf der Blockflöte - mit einem Ein-Ton-Stück. Und das Orchester machte den Spaß mit, und alle Instrumenten nahmen die Melodie auf. Doch dann kam Volker Heißmann mit einem Horn, das bis ins Publikum reichte.

Dirigent Arn Goerke hat bei der Auswahl der Werke ein glückliches Händchen bewiesen. Denn zum Neujahrskonzert spielten die Hofer einen unterhaltsamen Mix eingängiger - mit Präzision und viel Gefühl. Die Ouvertüre zur Oper "Donna Diana" von Emil Nikolaus von Reznicek eröffnete das Programm sehr festlich und fröhlich. Bei der Ouvertüre zur Operette "Candide" von Leonard Bernstein mussten die Musiker viel Präzision beweisen. Denn das Werk, das die Geschichte eines jungen Edelmannes erzählt, ist äußerst anspruchsvoll- und klingt doch in weiten Teilen süß wie Zucker.

Die Hofer Symphoniker begeisterten mit "My fair lady" und der legendären Johann Strauß-Overtüre aus "Der Zigeunerbaron". Aber auch Richard Strauß' "Auf der Campagna" in G-Dur interpretierten die Musiker mit viel Pathos.
Mehr als zweieinhalb Stunden Musik und Humor haben das Publikum allerdings erst auf den Geschmack gebracht.Lautstark applaudierten die Kulmbacher und forderten Zugaben: "An der schönen blauen Donau" und den Radetzky-Marsch. Und Volker Heißmann setzte noch einen nachdenklichen Schlusspunkt mit dem Evergreen "My way" in deutscher Sprache.