Die Hochwasserfreilegung des Badersbaches soll im Bereich des früheren Bahnhofsgeländes möglichst bald durchgeführt werden. Die dort angedachte Errichtung eines Ärztehauses sowie eines Mehrgenerationenparks soll dabei aber nicht beeinträchtigt werden. Diese Grundsätze galten bei der Vorstellung der überarbeiteten Pläne durch Ingenieur Erich Hahn vom Büro IBP in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.
Laut Hahn wurde bereits vor rund zwölf Jahren beim Ausbau der Bürgermeister-Kleinlein-Straße für rund 85 000 Euro eine 36 Meter lange Verrohrung eingebracht. In einem nächsten Schritt soll die Verrohrung nun quer über das frühere Bahnhofsgelände um 123 Meter in Richtung Kreuzung verlängert werden. Dafür müssten rund 254 000 Euro aufgewendet werden. Weitere Abschnitte wären dann der gleich teure Weiterbau von der Bürgermeister-Kleinlein-Straße über den Fußweg Richtung Milzau bis zur Ausleitung in den Badersbach sowie die voraussichtlich 345 000 Euro teure Querung der Staatsstraße. Das Kostenvolumen würden sich also auf rund eine Million Euro belaufen. Dazu gibt es laut Hahn vom Freistaat Bayern voraussichtlich rund 45 Prozent Zuschuss. Fortgeführt werden müsse die Maßnahme dann in einem weiteren Abschnitt noch bis zum Bereich Friedmannskoppel. Eine Kostenschätzung dafür liege aber noch nicht vor. Durch diese Maßnahme würde dann die Erschließung eines Neubaugebiets am Badersberg möglich.
Bürgermeister Dietmar Hofmann (SPD/OL) schlug vor, zunächst für die 123 Meter lange Verrohrung über das Bahnhofsgelände beim Wasserwirtschaftsamt einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn zu stellen, um bei Bedarf umgehend mit den Arbeiten beginnen zu können. Mit potenziellen Investoren sollen die Pläne dann durchgegangen werden. "Nach den momentanen Überlegungen würden 90 Prozent der Verrohrung auf einer Fußwegtrasse verlaufen, der Rest würde die angedachten Baukörper, etwa das Ärztehaus, nicht tangieren, da dort keine Unterkellerung und keine Tiefgarage vorgesehen sind", erklärte Hofmann auf Bedenken mehrerer Gemeinderäte, die angeregt hatten, die Verrohrung lieber im Straßenkörper zu verlegen, um potenziellen Bauwerbern und Investoren keine Schwierigkeiten zu bereiten. Die Verlegung der Rohre im Straßenkörper käme zudem deutlich teurer. Würde anstatt der Verrohrung, die einen Durchmesser von 1,30 bis 1,50 Metern aufweist, auf dem Bahnhofsgelände eine offene Flutmulde errichtet, müsste diese eine Breite von sieben bis acht Metern bei einer Tiefe von rund 1,50 Metern aufweisen, so Hahn. Diese Variante komme somit auch nicht in Frage.
Es sei die Hoffnung des Marktes, so der Bürgermeister, dass der kommunale Eigenanteil der Hochwasserfreilegung über den Verkauf gemeindlicher Grundstücke auf dem früheren Bahnhofsgelände weitgehend finanziert werden könne. Wenn es in einem weiteren Abschnitt um die Querung der Staatsstraße mit der Verrohrung gehe, müssen laut Hofmann auch Überlegungen zum Umbau der Bahnhofskreuzung zu einem Kreisel berücksichtigt werden.
Der Antrag auf vorzeitigen Baubeginn für die Verrohrung auf dem Bahnhofsgelände wurde schließlich bei vier Gegenstimmen beschlossen.