Forscher haben in Oberfranken entdeckte Überreste eines Pfeilschwanzkrebses einer bisher unbekannten Gattung zugeordnet. Ein Paläontologe des Jura-Museums Eichstätt hatte mit Kollegen den etwa fünf Zentimeter großen Abdruck eines Urzeittieres untersucht, der 1999 in der Sandgrube Pechgraben bei Neudrossenfeld (Landkreis Kulmbach) gefunden worden war, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) am Montag (15. Februar 2021) mitteilten.

In der Grube werden jurazeitliche Sande abgebaut, die den Angaben der Wissenschaftler zufolge etwa 197 Millionen Jahre alt sind. Nun haben die Wissenschaftler das Fossil rekonstruiert und einer bisher unbekannten Gattung aus der Familie der Austrolimulidae zugeordnet. Bisher waren Forscher den Angaben zufolge davon ausgegangen, dass die Austrolimulidae dem großen Massenaussterben an der Trias-Jura-Grenze vor 201 Millionen Jahren zum Opfer gefallen waren. Das Tier muss also einige Millionen Jahre später gelebt haben als bisher angenommen.

Forscher entdecken uralten Abdruck - Tier vor etwa 197 Millionen Jahren in Oberfranken heimisch

Die Wissenschaftler gaben der neuen Art den Namen Franconiolimulus pochankei - benannt nach Hartmut Pochanke, dem Baggerfahrer der Sandgrube, der die Tonschichten für die Notgrabung freigegraben und so für die Paläontologen erst zugänglich gemacht hat.

Pfeilschwanzkrebse sind, anders als ihr Name vermuten lässt, keine Krebse, sondern mit den Spinnentieren verwandt. Vor rund 197 Millionen Jahren lebte der Pfeilschwanzkrebs auf dem Gebiet des heutigen Oberfranken in einem tropischen Flussarm, umgeben von einem dichten Urwald mit Farnbäumen, Riesenschachtelhalmen und Nadelbäumen. Funde von Tier-Fossilien aus diesem Ökosystem sind nach SNSB-Angaben außerordentlich selten.

In Nürnberg wurden bei Grabungen unlängst spannende archäologische Funde gemacht. Diese stammen aus dem vierten Jahrhundert vor Christus und deuten darauf hin, dass Nürnberg noch größer war als bisher angenommen.