Das Pressegespräch der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz zur möglichen Ansiedlung des Möbel-Riesen im Gewerbegebiet rief in der jüngsten Sitzung des Himmelkroner Gemeinderats nicht nur bei Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) Kritik und Verwunderung hervor. "Natürlich hat so ein Projekt Vor- und Nachteile, und es ist auch notwendig, mit dem Naturschutz darüber zu diskutieren. Aber man sollte miteinander und nicht übereinander reden. Ich lade den Bund Naturschutz gern zu einem Gespräch ein, um für uns und Himmelkron die bestmögliche Lösung zu finden."

Der Bürgermeister bedauerte, dass in dem Pressegespräch eine Reihe von Fakten "verdreht" wurden: "Ich unterstelle allerdings nicht, dass das bösartig geschah.
Das hätte man aber klären können, wenn man den Kontakt gesucht hätte."

"Zehn, nicht 30 Hektar"

Laut Schneider stimmt es einfach nicht, dass die Gemeinde für die Ansiedlung der beiden Möbel-Märkte von XXXLutz eine Fläche von 30 Hektar bereitstellen wird. "Es geht um 10 Hektar, die auch nur verkehrsmäßig erschlossen werden sollen." Im weiteren Bereich nördlich der B 303 würden dann noch 24 bis 25 Hektar für eine gewerbliche Entwicklung zur Verfügung stehen, aber nicht, wie vom Bund Naturschutz behauptet, 40 Hektar.

Hart ins Gericht ging Schneider mit der Äußerung des stellvertretenden BN-Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Vollrath, demzufolge es im Volksmund heißt, es gebe kein schlimmeres Gewerbegebiet. Auch Kreisvorsitzender Wolfgang Schenker habe sich in der Wortwahl vergriffen, wenn er von einem "Verramschen der Flächen" spreche. Der Bürgermeister: "Ich denke, wir haben die gewerbliche Entwicklung unserer Gemeinde erfolgreich gesteuert. So wurden seit 1990 rund 50 Hektar gewerblicher Fläche erschlossen, und wir haben mit den über 30 Firmen, die sich neu angesiedelt haben, bis heute rund 1000 Arbeitsplätze dazu bekommen. Wir brauchen einfach auch Arbeitsplätze in der Region. Ich persönlich erfahre ringsherum nur Zuspruch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Was hier gesagt wurde, ist zum Teil unterste Schublade."

Gemeinde zu Kompromissen bereit

Die Gemeinde sei auch, was die Gestaltung des Gewerbegebietes angehe, zu Kompromissen bereit. Auch das in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten mache deutlich, dass es mit der beabsichtigten Erschließung zu einer vernünftigen Verkehrsführung komme und keinesfalls zu einem Verkehrsinfarkt. Schneider: "Die Panikmache ist sehr weit hergeholt, und ich möchte mich gegen derartige Aussagen verwahren."

Stellvertretender Bürgermeister Harald Peetz (CSU) sprach von einer zweischneidigen Argumentation des Bundes Naturschutz: "Wenn es einem nicht in den Kragen passt, dann behauptet man einfach das Gegenteil." Den Vergleich mit den Bemühungen der Gemeinde, die Gleichstrompassage zu verhindern, hielt Peetz für völlig abwegig. "Himmelkron wird in ganz Oberfranken für sein Engagement und seinen Mut, Arbeitsplätze zu schaffen, gelobt."

Hans Matussek von der CSU-Fraktion ("Ein sehr sensibles Thema") zeigte kein Verständnis dafür, dass der Bund Naturschutz versuche, sich "einzumischen". Im Vergleich zu Südbayern sei man in Nordbayern mit dem Landverbrauch sehr zurückhaltend: "Hier ist, wenn sich etwas entwickelt, immer gleich ein Geschrei. In Südbayern geht das alles leichter."