Heißmann und Rassau präsentieren ihr Programm "Unterhaltungsabend" in der Kulmbacher Dr.-Stammberger-Halle. Im Interview sprechen sie über ihren Werdegang und die beiden Figuren "Waltraud und Mariechen", mit denen sie berühmt geworden sind.

Herr Heißmann, Sie sind ja mit ihrem Partner Martin Rassau jetzt schon einige Jahre auf der Kabarett-Bühne in ganz Deutschland unterwegs. Wann und wie haben Sie sich beide gefunden?
Volker Heißmann: Wir haben uns im Schultheater kennengelernt. Martin ist zwar knapp zwei Jahre älter als ich, aber es war schnell klar, dass wir eine gemeinsame Leidenschaft besitzen. Nach der Schule und während unserer jeweiligen Ausbildung haben wir uns für eine Zeit lang aus den Augen verloren, aber dann zum Glück schnell wiedergefunden und entschieden, es nicht in unseren Lehrberufen, sondern auf der Bühne zu versuchen. Im Nürnberger Mautkeller haben wir dann unser erstes eigenes, kleines Theater etabliert.

Wie lange hat es gedauert, bis Sie auf dem heutigen Niveau waren?
Zwei Minuten (lacht). Im Ernst: Abläufe muss man immer wieder akribisch proben und Texte endlos lange pauken. Aber lustig zu sein, das kann man nicht lernen. Das ist man - oder eben nicht! Die ernsten Menschen haben dafür vielleicht andere Talente, die wir nicht besitzen. Nur an meiner Singstimme musste ich wirklich hart und ausdauernd arbeiten. Das war ein jahrelanger Prozess, bis ich gesanglich dort war, wo ich heute bin.

Das Programm wird sicherlich gemeinsam erarbeitet, aber welchen Stellenwert haben die spontanen Beiträge?
Einen sehr großen. Keine unserer Shows ist wie die andere. Wir versuchen immer, auf besondere Ereignisse zu reagieren. Das kann ein zu spät kommender Zuschauer im Publikum sein oder auch nur eine seltsame Dekoration in der Halle. Zum Glück sind wir so eingespielt, dass das meistens funktioniert. Manchmal müssen wir auch selber lachen...

War für Sie der Franken-Fasching in Veitshöchheim der Durchbruch auf der Kabarett-Bühne oder geschah das schon früher?
Wir waren damals im Großraum Nürnberg/Fürth schon recht erfolgreich. Aber natürlich war der erste Auftritt in der Franken-Fastnacht ein absoluter Glücksfall für unsere Karriere, der uns nicht nur in Bayern, sondern bundesweit bekannt gemacht hat. Dabei sind wir nur für einen Kollegen eingesprungen, der kurzfristig absagen musste.

Unvergessen ist sicherlich für viele Zuschauer damals das englische Königspaar mit der Queen. Wer ist auf diese Idee gekommen?
Das weiß ich, ehrlich gesagt, gar nicht mehr. Nur, dass es eigentlich wie mit allen komischen Ideen war: Man sitzt ein paar Wochen vor der Sendung bei einem Glas Wein zusammen und spinnt herum, welche Rolle sich diesmal eignen könnte. Und dann fällt einem irgendwann zum Beispiel der arme, ewige Prinz mit den großen Ohren und seine unverwüstliche, strenge Mutter ein. Man guckt in den Spiegel, stellt sich das Ganze vor, und wenn man bei dem Gedanken daran schon lachen muss, ist die Idee gut.

Herr Rassau, Sie spielen bei "Waltraud und Mariechen" immer den intelligenteren Part. Hat sich das eher so zufällig ergeben, oder war das so gewollt?
Martin Rassau: Diese beiden Figuren funktionieren ja nur so, dass die eine immer etwas naiv an die Welt herangeht und die andere grundsätzlich alles besser weiß. So wie im richtigen Leben und in einer langen Beziehung eben auch (lacht). Waltrauds und Mariechens gibt es sicher sehr viele in Deutschlands Wohnzimmern, in ganz unterschiedlichen Konstellationen.

Auf was dürfen sich die Zuschauer am Dienstag in der Dr.-Stammberger-Halle in Kulmbach freuen?
Der "Unterhaltungsabend" ist eine bunte Gag-Revue voller skurriler Figuren und aberwitziger Sketche. Es geht vor allem um die kleinen Missverständnisse des Alltags und die Katastrophen, die sich daraus entwickeln können. Und natürlich sind Waltraud und Mariechen ebenfalls mit dabei.

Die hohe Politik bleibt ja in der Regel in Ihrem Programm immer außen vor. Warum?
Erstens gibt es genügend Kollegen im kabarettistischen Bereich, die sich ganz hervorragend darum kümmern. Und zweitens sind da zurzeit so viele ernste Themen dabei, dass für die Komik nur noch wenig Platz bliebe. Wir dagegen wollen einfach nur, dass unsere Gäste zwei Stunden unbeschwert lachen und alle Sorgen, die ja jeder von uns mal mehr und mal weniger hat, vergessen können.

Wie sammeln Sie den Stoff für das Programm?
Indem wir immer Augen und Ohren offen halten, unsere Mitmenschen genau beobachten und den Leuten im Café, am Markt oder beim Einkaufen aufs Maul schauen. Die schönsten Geschichten schreibt doch einfach das Leben. Wir hatten gerade unsere Fürther Kirchweih, da haben wir locker Material für zehn neue Nummern aufgeschnappt.

Nicht selten müssen Sie sich ja über die urkomische Gestik Ihres Partners auf der Bühne das Lachen verbeißen. Fällt das schwer?
Ja. Aber ich kenne Volker schon über 30 Jahre, da kann mich fast kein Gesichtsausdruck mehr schocken. Auch wenn ich immer Angst habe, dass ihm davon mal was bleibt.

Sie sind immer wieder ein gern gesehener Gast im Romantik-Posthotel in Wirsberg. Ist es denkbar, dass Sie im Deutschen Dampflokomotiv-Museum, in dem Sie ja schon beide aufgetreten sind, auch einmal eine lustige Koch-Show mit Alexander Herrmann machen?
Warum nicht? Wir verstehen uns sehr gut, ich esse gern, und Alex ist auch ein sehr unterhaltsamer Entertainer. Aber er ist ja fast noch mehr unterwegs als wir!