Das Bauprojekt erläuterte Architekt Berthold Just vom gleichnamigen Architekturbüro aus Bindlach. Danach werden im Erdgeschoss des ehemaligen Bahnhofsgebäudes die Arztpraxis, im ersten Obergeschoss eine Wohnung (64 Quadratmeter) und eine Physiotherapiepraxis (65 Quadratmeter) sowie im Dachgeschoss zwei Wohnungen mit 55 und 61 Quadratmetern entstehen. Die Praxisräume können gegebenenfalls auch als Wohnräume genutzt werden.

Wie Bürgermeister Günther Hübner ausführte, belaufen sich die Gesamtkosten für den Erwerb und Umbau des Gebäudes zum "Gesundheitsbahnhof" auf 710.000 Euro.

Die Gemeinde Harsdorf will die Maßnahme mit Kreditmitteln von höchstens 300.000 Euro finanzieren, die restlichen Mittel sollen von der Städtebauförderung und dem Denkmalschutz kommen. Damit ist auch klar, dass das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird.
In der Sitzung wurde auch der notwendigen Nutzungsänderung des Bahnhofsgebäudes zugestimmt.

Die Arztpraxis bekommt kein klassisches Wartezimmer, wie Architekt Berthold Just ausführte, sondern es steckt eine besonders Idee des Wartens dahinter. So wird der Wartebereich im ehemaligen Stellwerk als Café und Teestube eingerichtet, dabei muss der Besucher nicht unbedingt einen Arztbesuch vornehmen.

Der Eingang für die Arztpraxis mit den knapp 180 Quadratmetern liegt auf der Rückseite des Stellwerkanbaus, der zwar abgerissen, aber wieder originalgetreu aufgebaut wird. Der Zugang erfolgt von der Bahnhofstraße aus. Ebenfalls von dort kommt man zum rückwärtigen Treppenhausturm mit Aufzug und erreicht von dort das erste und zweite Geschoss. Die Wohnungen sind barrierefrei und so angelegt, dass stets ein Paar drin wohnen kann.
Wie Bürgermeister Günther Hübner noch ausführte, ist auch das Landesamt für Denkmalschutz daran interessiert, das alte Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Hier fand bereits ein Ortstermin statt.