Er gilt als der erste Minister, den das Internet zu Fall gebracht hat: Karl-Theodor zu Guttenberg. Dass ausgerechnet der ehemalige Bundesverteidigungsminister gebeten worden war, die EU-Kommission zu Fragen der Internetfreiheit zu beraten, hat in Brüssel für amüsiertes Kopfschütteln gesorgt. Seit knapp zwei Jahren nun sitzt der CSU-Mann auf seinem Beraterposten. Doch abgesehen von der ersten gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes hat sich Guttenberg in Brüssel nicht mehr blicken lassen. Seine Mission bleibt nebulös.

Wer in der EU-Hauptstadt auf Spurensuche geht, wird schnell enttäuscht. Kein Büro, keine Mitarbeiter, nicht einmal ein Briefkasten: Karl-Theodor zu Guttenberg scheint seine Tätigkeit gut geschützt vor neugierigen Blicken hinter den Kulissen der EU-Institutionen auszuüben.