Einige der betroffenen Bürger waren in der Schlusssitzung des Gemeinderates am Mittwochabend zugegen.

Bürgermeister Stephan Heckel (CSU) räumte ein, dass die Gemeinde in Absprache mit dem Landratsamt und der Verwaltung kurzfristig und noch vor Weihnachten handeln musste, weil sonst die Verjährung drohte. Heckel gab bekannt, dass das langwierige und sehr aufwändige Beweissicherungsverfahren für die Abwasseranlagen in den Rangen-Ortschaften erst jetzt zum Abschluss gekommen ist. Das war auch der Grund, warum die Betragsbescheide solange zurückbehalten wurden.

Die Gemeinde und die Verwaltungsgemeinschaft mussten handeln und die Beitragsbescheide noch im alten Jahr zustellen, um eine Verjährung der Beiträge auszuschließen.

Heckel verwies auf das Zahlungsziel der Beiträge, die erst im April und Juni nächsten Jahres fällig sind. Damit komme die Gemeinde auch den Beitragszahlern entgegen.


Derzeit werden noch die Entschädigungen für die Dienstbarkeiten von Kanalleitungen und Kanalschächten durch das Ingenieurbüro IBP aus Kulmbach ermittelt; diese Beträge werden dann bei den Beitragszahlungen verrechnet.

Die restlichen Arbeiten an den Abwasseranlagen in den beiden Orten Heinersreuth und Tennach sollen im kommenden Jahr ausgeführt werden. Dann geht es um Asphaltierarbeiten der in Anspruch genommen Kanaltrasse.
Der Abschluss des Rechtsstreites zwischen der ausführenden Firma und der Gemeinde Ködnitz hängt nach den Worten von Bürgermeister Stephan Heckel noch in der Luft. Dazu müsse die Kostenfeststellung noch getroffen werden.

Kritik an Informationspolitik

Die Gemeinderäte Michael Heisinger und Frank Eschenbacher (Rangen) bemängelten die Informationspolitik und damit auch das kurzfristige Vorgehen der Verwaltung. Frank Eschenbacher: "Ich muss ehrlich sagen, da hätte die Verwaltung eher nachschauen müssen. Wir stehen als Gemeinderäte da und wissen von nichts." Michael Heisinger sah es ähnlich: "Es wäre schön gewesen, wenn wir davon vorher etwas erfahren hätten." Heisinger bezeichnete es als suspekt, dass jetzt ein Schlussbescheid erstellt werde, obwohl die Gemeinde noch gar nicht wisse, was infolge des Rechtsstreites noch alles auf sie zukomme.

Sowohl Bürgermeister Stephan Heckel als auch Verwaltungsleiterin Karin Holzbecher machten allerdings deutlich, dass den betroffenen Grundstückseigentümern seit mehr als drei Jahren bekannt war, Beiträge zur Abwasseranlage zu leisten, die auch entsprechend kalkuliert wurden. Zudem sei man mit dem Zahlungsziel auch entsprechend entgegengekommen, denn im Normalfall sei der Betrag innerhalb von vier Wochen nach Zustellung des Bescheides zur Zahlung fällig.

Gemeinderätin Anita Sack (FW) stellte fest, dass man die Irritationen in der Bevölkerung hätte vermeiden können, wenn die Gemeinde im Gemeindeblatt rechtzeitig informiert hätte. Bernd Müller (CSU) gab seiner Kollegin Recht: "Es wäre nicht so viel Öl auf das Feuer gewesen." Dritter Bürgermeister Heinz Mösch (CSU) schränkte allerdings ein: "Wir sollten das nicht so dramatisieren. Jeder hat gewusst, dass noch ein Bescheid kommt."

Brückenbau kommt 2016

Bürgermeister Stephan Heckel gab noch bekannt, dass in den zurückliegenden Tagen Voruntersuchungen an der Brücke in Ebersbach stattfanden. Die Gemeinde werde sich um eine staatliche Förderung der Maßnahme bemühen und sie 2016 umsetzen.

Als erfreulich für die Gemeinde Ködnitz wertete Heckel, dass die Gemeinde bei den Schlüsselzuweisungen im kommenden Jahr ein Plus von 46 000 Euro erwarte. Die gesamte Zuweisung liegt bei 516 000 Euro. Auch die Beiteiligung an der Einkommensteuer wird sich für Ködnitz erhöhen. Bürgermeister Heckel: "Es schaut gar nicht so schlecht aus, wir werden mit dem Haushalt 2015 ganz gut hinkommen." Die Verschuldung der Gemeinde Ködnitz wird am Ende dieses Jahres bei 1150 Euro pro Einwohner liegen.

Bürgermeister Stephan Heckel dankte dem Gemeinderat für die konstruktive Mitarbeit und mit Blick auf seine beiden Stellvertreter Hermann Popp und Heinz Mösch sagte Heckel: "Es macht Spaß, mit ihnen zusammenzuarbeiten." Heckel lobte auch die Arbeit des Bauhofes und der Verwaltung der VG Trebgast: "Sie ist permanent im Umbruch, aber Frau Holzbecher hat ihren Laden im Griff."

Stellvertretender Bürgermeister Hermann Popp (FW) würdigte die Arbeit des Gemeindeoberhauptes.