Soll es innerhalb der Stadt Stadtsteinach eine Anleinpflicht geben oder solle man es dabei belassen, dass Hundehalter noch einmal darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie ihre Hunde anleinen sollen - diese Frage stellte Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) zur Diskussion. Conny Lorenz hatte nach mehreren Beißattacken eine Anleinverordnung beantragt. "Der Stadtverwaltung sind aktuell vier konkrete Fälle bekannt. Diese Fälle wurden aber auch im Einzelfall behandelt", erklärte Bürgermeister Roland Wolfrum.
Nach ausführlicher Diskussion kamen die Räte überein, dass eine Anleinverordnung für Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern innerhalb des Stadtgebietes erlassen werden soll. Von einer Aufforderung an die Hundehalter, auf freiwilliger Basis die Hunde anzuleinen, hielten die Räte nichts. Wenn Hunde - unabhängig von ihrer Größe - auffällig werden, können aber auch speziell gegen diese Hunde Einzelmaßnahme erlassen werden. Voraussetzung ist immer, dass die Vorfälle zur Anzeige gebracht werden, so der Stadtsteinacher Bürgermeister.
"Ein vernünftiger Hundehalter hat in der Stadt keine Probleme damit, den Hund anzuleinen. Ich habe mich umgehört", erklärte Knud Espig (SPD/OL) seine Position. "Ich halte ein Anleinpflicht fürs Stadtgebiet auch für sinnvoll", sagte Harald Hempfling (CSU).
Möglicherweise könne es für die Ortsteile Ausnahmen geben. "Wir in Triebenreuth brauchen keine solche Verordnung", sagte Stephan Seifert spontan. Adolf Hildner (CSU) merkte allerdings an, dass in letzter Zeit immer wieder Rehe gerissen worden sind. "Da macht der Tierschutz nichts. Und es ist auch eine Zumutung, wenn die Hunde die Wiesen verdrecken."
Einhellig glauben alle Räte, dass die Anleinverordnung die Sicherheit erhöht und auch anderen Hundehaltern ein Sicherheitsgefühl gibt. Wolfgang Martin (SPD/OL) regte an, einen Hundeplatz auszuweisen. Schließlich stimmten alle Räte für eine Anleinpflicht - außer Wolfgang Martin (SPD/OL). Die Verordnung wird ausgearbeitet. Welche Ortsteile in die Verordnung einbezogen werden, darüber wird noch getrennt abgestimmt.
Unklart ist derzeit auch noch, wie die Einhaltung der Anleinpflicht überwacht werden wird: "Natürlich werden jetzt die städtischen Mitarbeiter nicht Streife laufen, um die Anleinpflicht aktiv zu kontrollieren", sagte Bürgermeister Roland Wolfrum.