Den Planfeststellungsbeschluss für das neue elektronische Stellwerk in Bayreuth gab Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) in der Sitzung am Montagabend bekannt. Dieser beinhaltet den Ausbau der signalabhängigen Bahnübergänge in der Bayreuther und der Berliner Straße in Trebgast sowie den Rückbau des Übergangs mit Anrufschranke in der Au. Die Entscheidung über eine Beseitigung des Bahnübergangs "Weiherweg", die in diesem Zusammenhang erwartet wurde, wird in diesem Verfahren nicht geregelt.
Als Begründung dafür gibt das Eisenbahnbundesamt (EBBA) an, dass die Schließung des Bahnübergangs "Weiherweg" für den Kraftfahrzeugverkehr und die Errichtung einer Umlaufschranke für Fußgänger und Radfahrer erst erfolgen kann, wenn eine Ersatzerschließung der Fluren um das Sportplatzgelände und eine kurze Anbindung der Kompostier-Anlage durch die Gemeinde erfolgt ist. Das Baurecht für den Ersatzweg könne nur vom Straßenbaulastträger geschaffen werden, da der Planung ein eigenständiges Verkehrskonzept zugrunde liege.
Das EBBA informiert außerdem darüber, dass das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach sowie der Bauernverband die Schließung des Bahnübergangs "Weiherweg" ablehnen. Desgleichen erheben Anwohner und Landwirte gegen die Schließung Einwendungen. Letztere führen als Begründung eine Verschlechterung der Bewirtschaftung ihrer Flächen beziehungsweise der Erreichbarkeit der Kompostieranlage an. Die Anwohner befürchten ein höheres Verkehrsaufkommen und größere Unfallgefahren. Außerdem wird zur Eindämmung des Hochwassers ein Brückenneubau auf höherem Niveau gefordert.
"Allen Beteiligten ist jedoch bewusst, dass der Bahnübergang eine nicht unerhebliche Gefahrenquelle darstellt, die aus Gründen der Sicherheit möglichst zügig beseitigt werden soll. Eine Entscheidung über die Einwendungen erübrigt sich somit", so das Eisenbahnbundesamt in seinem Fazit.
Damit war klar, dass jetzt die Gemeinde am Zug ist. Dazu passte natürlich, wenn auch in negativer Hinsicht, der Unfall am Bahnübergang "Weiherweg" am vergangenen Freitag, bei dem ein Autofahrer versuchte, trotz Warnblinklichts die Gleise zu überqueren, woraufhin dessen Pkw vom Zug erfasst wurde. Glücklicherweise wurde der Mann nicht verletzt.
Die Folge dieses Unfalls wird nun eine Verkehrsschau mit allen verantwortlichen Stellen sein. Bürgermeister Diersch berichtete, dass wegen des ausgelaufenen Diesels bereits ein Ortstermin stattgefunden hat. Man befürchte jetzt, dass der Vorfall Wasser auf die Mühlen der bisherigen Befürworter einer Schließung des Übergangs ist.
Dem hielt Emil Lauterbach (CSU/NW) entgegen: "So gefährlich ist dieser Übergang auch wieder nicht. Wenn jemand an einer Straßenkreuzung eine rote Ampel ignoriert, kann ihm auch einer reinfahren."
Die Gemeinde wird sich auf jeden Fall für den Erhalt des Übergangs einsetzen, bis Ersatz geschaffen ist. Bürgermeister Werner Diersch ist sich mit den Räten jedenfalls einig, diesbezüglich nicht auf Zeit zu spielen, "bis wirklich etwas Schlimmes passiert". Albert Kolb (SPD/WG) schlug in die gleiche Kerbe. Es sei jetzt wichtig, alle Alternativen zu prüfen, die kostenmäßig in den Rahmen passen. "Wir müssen unsere Hausaufgaben so schnell wie möglich machen und alle möglichen Belange einbeziehen. Das sind wir den Bürgern schuldig."
Bevor ein Beschluss für eine Lösung gefasst wird, schlägt Werner Köstner eine Infoveranstaltung vor: "Dabei können wir vielleicht das Risiko, dass uns jahrelange Klagen bevorstehen, etwas minimieren."