Ist der Chef des Kulmbacher Gesundheitsamts, Dieter Weiss, in Hysterie verfallen? Der Mediziner stellte am Freitag diese Frage selbst in den Raum und machte in einem Pressegespräch unmissverständlich klar: Würden er und seine Mitarbeiter nicht auf zwei Masernverdachtsfälle in Untersteinach und Ludwigschorgast reagieren, so müssten sie sich im Ernstfall grobe Nachlässigkeit unterstellen lassen. Denn Masern sind hoch ansteckend und vor allem für Kinder gefährlich.
Mitte April hatte ein Kind in der Untersteinacher Kindertagesstätte deutliche Symptome der Masernerkrankung gezeigt. Und das, obwohl es die beiden notwendigen Schutzimpfungen schon hinter sich hatte. Doch Blutuntersuchungen hätten die Diagnose des Kinderarztes tatsächlich bestätigt. Am Donnerstag habe das Gesundheitsamt dann telefonisch von einem weiteren Verdachtsfall in der Ludwigschorgaster Schule erfahren. Dieses Kind wird auch im Untersteinacher Kinderhort betreut.

Auf Kontaktklassen ausgeweitet


Das Gesundheitsamt hat vorsorglich den Impfaufruf auf die Jahrgangsstufen eins, zwei und vier der Grundschule Untersteinach/Ludwigschorgast ausgeweitet, weil dort Kontaktpersonen zu den Verdachtsfällen unterrichtet werden.
Vor dem Hintergrund der Verdachtsfälle fordert Dieter Weiss alle Eltern zur besonderen Vorsicht auf. Sollte ein Kind Erkältungserscheinungen zeigen, sollten die Eltern mit ihm sofort den Arzt aufsuchen.
Außerdem empfiehlt er Eltern dringend, die Impfbücher der Kinder zu überprüfen und ihren Impfstatus festzustellen.

Heute von 14 bis 16 Uhr Impfsprechstunden


Weiss, der für Freitag in vier Arztpraxen in Untersteinach, Ludwigschorgast und Kulmbach Impfsprechstunden örtlicher Mediziner organisiert hat, rät auch Erwachsenen zur Vorsicht. "Wer nach 1970 geboren ist und einen unklaren Impfstatus hat, sollte sich impfen lassen."

Mehr zu dem Thema findet sich in der Samstagsausgabe der Bayerischen Rundschau.