Schlaganfall und Diabetes - das waren die beiden Kernthemen des Gesundheitsbusses, mit dem Vertreter des Kulmbacher Klinikums am Dienstag auf dem Marktplatz aufklärten. Interessierte hatten die Möglichkeit, sich unverbindlich über Risikofaktoren, Therapiemöglichkeiten oder Früherkennung zu informieren.

"Die Früherkennung ist bei einem Schlaganfall das Allerwichtigste", sagte etwa Dr. Christian Konhäuser, Leitender Arzt der Neurologie. Und dann müsse es schnell gehen. "Time is brain", sagte er, und je früher man behandelt werde, desto größer sei die Chance, dass man etwas machen kann. "Innerhalb der ersten 4,5 Stunden nach Auftreten von Schlaganfallsymptomen können wir ein Medikament spritzen und damit versuchen, den Blutpfropf aufzulösen", erklärte er. Das ist die sogenannte Lysetherapie.

Davon profitierte auch Klemens Daum aus Reichenbach im Frankenwald. Vor fünf Jahren klappte er in seinem Betrieb vor der Maschine plötzlich zusammen, hatte in der kompletten linken Körperseite kein Gefühl mehr.

"Ich rief sofort einen Jagdkollegen an, der Arzt ist, und der setzte alles Weitere in Bewegung", erinnerte sich der Schlaganfallpatient. Ihm war bewusst, dass er einen Schlaganfall hatte, war er doch selbst jahrelang ehrenamtlicher Sanitäter gewesen.

Wichtig: Stressabbau

Danach sei alles ganz schnell gegangen. Der Rettungshubschrauber wurde angefordert und war nach einer Dreiviertelstunde vor Ort, binnen zehn Minuten wurde er schließlich ins Kulmbacher Klinikum gebracht, wo er schon vor der Tür erwartet wurde. "Ohne Zeitverlust ging es ins CT und auf die ‚Stroke Unit', die spezielle Schlaganfallstation."

Bereits am gleichen Abend kam schon das Gefühl in der linken Körperhälfte wieder. "Nach der Reha konnte ich eigentlich alles wieder machen, ich bin auch heute noch berufstätig", sagte Klemens Daum. In seinem Leben hat er aber auch einiges verändert, Stressabbau war ein Thema, und seine Ernährung hat er ebenfalls umgestellt, "ich esse jetzt viel öfter vegetarisch und nicht mehr so große Portionen."

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte konnte Doris Ramming, Leiterin der Physiotherapie am Klinikum berichten. Ihr Vater war nach einem Schlaganfall rechtsseitig gelähmt und war nach der Lysetherapie bereits nach sieben Stunden auf der Intensivstation wieder vor dem Bett gestanden. Wichtig sei es, erste Symptome zu erkennen und zu deuten, wobei nicht alle Symptome auftreten müssen. Halbseitige Lähmungserscheinungen, unsicherer Gang, herabhängender Mundwinkel, Sprechstörungen, Sehstörungen, Schwindel oder plötzlich heftige Kopfschmerzen - all das kann auf einen Schlaganfall hindeuten.

Mehr Bewegung, weniger Gewicht

Ein Schlaganfall kann auch durch eine Diabeteserkrankung begünstigt werden. "Das tückische an einer Diabeteserkrankung, insbesondere bei Typ II ist, dass man die Krankheit zunächst gar nicht bemerkt", sagte Oberarzt Dr. Sascha Hertel. "Überzucker macht kaum Beschwerden, es sei denn, er ist viel zu hoch."

Wenn man die klassischen Risikofaktoren wie Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel erfülle, lohne es sich, öfter mal nachzusehen. "Man kann den Langzeitzuckerwert vom Hausarzt messen lassen", regte er an. Wichtig sei dann bei einer Feststellung von Diabetes Typ II die Basistherapie: Bewegung, gesunde Ernährung, Blutdruckeinstellung und Abnehmen. "Man kann Diabetes auch mit diesen Mitteln erfolgreich therapieren, viele kommen super damit klar, aber dafür braucht es Konsequenz und Durchhaltevermögen", sagte Hertel.

Für eine erweiterte Therapie gebe es darüber hinaus Tabletten mit unterschiedlichen Wirkungen, und erst wenn das nichts hilft, müsse man zur Insulinverabreichung übergehen. Anders als beim Diabetes Typ I sei es beim Typ II auch möglich, die Bauchspeicheldrüse wieder zur aktivieren. "Es entsteht oft eine Insulinresistenz aufgrund der andauernden Maximallast", erklärte der Fachmann. 20 oder 30 Kilo abzunehmen dient oft schon der Entlastung.

"Ich kenne etliche Patienten, bei denen wir die Tabletten ganz absetzen konnten", sagte er, jedoch könnten die körperlichen Schäden, die bis dahin entstanden sind, nicht so ohne Weiteres rückgängig gemacht werden. "Das ist dann wie bei einem ehemaligen Raucher."

Wichtige Symptome für eine Diabeteserkrankung sind etwa starker Durst, häufiges Wasserlassen, starke Müdigkeit, Sehstörungen, Konzentrationsschwäche oder Verwirrtheit. Damit der Körper keine schweren Folgeschäden davon trägt, wie Schädigung der Nieren, der Augen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schädigungen an Gefäßen und Nerven sei es wichtig, einen Fachmann zu Rate zu ziehen.