Heckel gab dazu auch ein gemeinsames Schreiben der beiden Gemeinden Untersteinach und Ködnitz bekannt, das nicht nur Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, sondern auch die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus dem Stimmkreis erhielten.

Für Irritationen sorgten in der Sitzung zwei Begriffe: der Bundesverkehrswegeplan, der 2015 verabschiedet wird und in dem die B 289 mit den Umgehungen von Kauerndorf und Untersteinach derzeit noch nicht berücksichtigt ist, und der Investitionsrahmenplan, der aber das Projekt enthält. Michael Heisinger (WG Rangen) vermutete darin eine Hinhaltetaktik der Ministerien: "Es ist alles im Konjunktiv, das schiebt doch Einer zum Anderen. Das muss man doch mal klären können."

Heckel gab zu verstehen, dass der Bundesverkehrswegeplan nichts Neues bedeutet und auch mit dem Investitionsrahmenplan nichts zu tun hat.
Dennoch kam Willi Kolb zu dem Ergebnis, dass das Pferd "wieder einmal von hinten aufgezäumt" werde. Für den SPD-Gemeinderat fehlt es an der notwendigen Unterstützung der Abgeordneten vor Ort: "Wenn wir nicht ständig bei den zuständigen Ministerien an die Tür klopfen, wird es wohl nichts."
Der Bürgermeister hielt dem entgegen, dass man alle Landtags- und Bundestagsabgeordneten im Boot habe, was Kolb wiederum zu dem Kommentar veranlasste: "Das Boot liegt nur vor Anker. Warum hat man nicht die Chance genutzt, Ministerpräsident Horst Seehofer bei seinem Besuch in Kulmbach anzusprechen? Er hat hier gekocht, und dem hätte ich die Suppe versalzen."


"Das werden sie schon irgendwann verstehen"

Unabhängig davon forderte Reinhold Dippold (FW) vehement eine Anfinanzierung: "Wir brauchen diese im Jahr 2013, und wenn nur eine kleine Brücke gebaut wird. Das müssen wir ihnen klar machen und mit geeigneten Mitteln auch untermauern." Michael Heisinger dazu: "Das werden sie schon irgendwann verstehen, das wir das wollen."

Bürgermeister Heckel gab schließlich noch den Wortlaut des gemeinsamen Schreibens der Gemeinden Ködnitz und Untersteinach bekannt. Darin wird darauf hingewiesen, dass die geplanten Ortsumgehungen von Kauerndorf und Untersteinach durch den rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss vom 24. Juli 2009 baurechtlich genehmigt und in den aktuellen Investitionsrahmenplan für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes aufgenommen wurden. Weiter heißt es: "Die Untersteinacher und Kauerndorfer Bevölkerung wartet schon seit Jahrzehnten auf diese dringend erforderliche Verkehrsentlastung."

Die beiden Gemeinden nehmen in dem Brief auch Bezug auf die im November gefassten Beschlüsse des Koalitionsausschusses und die Pressemitteilung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwick-lung vom 9. November 2012, mit dem angekündigt wurde, dass zusätzliche 750 Millionen Euro für die Verkehrsinfrastruktur bereit gestellt werden: "Wir bitten um Ihre Unterstützung, dass ein Teil dieser Summe zumindest für die Anfinanzierung der Ortsumgehungen von Untersteinach und Kauerndorf Verwendung findet. Den Gemeinden Untersteinach und Ködnitz wurden insbesondere in den vergangenen Monaten von verschiedenen Mandatsträgern immer wieder Unterstützung zugesagt beziehungsweise signalisiert. Langsam hoffen wir aber, dass diese zugesicherte Unterstützung auch zu einem tatsächlichen Baubeginn führt."