Als Abbé Richard Tine aus Fanden im Senegal 2008 zum ersten Mal die geistliche Urlaubsvertretung in den Pfarreien Burgkunstadt, Mainroth und Kirchlein übernahm, ahnte noch niemand, dass daraus eine Freundschaft mit dem Geistlichen entsteht, die in eine positive und nachhaltige Zusammenarbeit mit dessen Heimatland Senegal münden würde. Doch das ist inzwischen Realität. Und so konnte der Vorsitzende des Vereins "Xarito- Senegal, Günter Seidel, bei der Hauptversammlung von einer gelungenen Völkerverständigung und Aufbauhilfe berichten, die nun schon sechs Jahre andauert und sehr erfolgreich zu werden scheint.

Bei seinem ersten Besuch wurde Abbé - in Frankreich eine seit dem 17. Jahrhundert gebräuchliche Anrede für katholische Diözesanpriester - bei der Betreuung in Mainroth mit den fränkischen Gepflogenheiten vertraut gemacht. Schon 2009 hatte Richard Tine mit einigen Vertretern der Mainrother Pfarrgremien eine Freundschaft geschlossen, die mit einer Einladung in den Senegal ihren ersten Höhepunkt fand.

Wasser ist knapp

Diese wurde auch angenommen - begleitet von der Überlegung, dort Hilfe zu leisten, da die Menschen in der Heimat des Geistlichen unter großer Wasserarmut leiden. Beim ersten Besuch im Senegal wurde denn auch festgestellt, dass hier dringend etwas getan werden muss.

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das dortige warme Klima bei ausreichenden Wasservorräten eine dreimalige Ernte im Jahr ermöglicht, wurde mit den Planungen zur Errichtung einer Gemüseplantage und dem Bau eines Brunnens begonnen, um Arbeitsplätze für die junge Bevölkerung zu schaffen.

Im selben Jahr wurde der Verein "Xarito-Senegal" (Freundschaft mit Senegal) gegründet.
Auch der damalige Bürgermeister von Burgkunstadt, Heinz Petterich, trat dem Verein bei. Bei einem Besuch des afrikanischen Geistlichen 2012 wurden die Kontakte und Ideen weiter vertieft. Beim zweiten Besuch des Vereins 2013 in den Senegal konnten alle mitreisenden Mitglieder die ersten Erfolge in Augenschein nehmen.

Brunnen gebaut

So war nach geologischen Untersuchungen der Bau eines Brunnens begonnen worden. Die Tiefe betrug bereits 8,50 Meter. Auch konnte eine Mauer um das inzwischen erworbene zwei Hektar große Gebiet der Plantage zu 75 Prozent fertiggestellt werden. Sie dient zum Schutz vor herumziehenden Nomadenstämmen. Die dafür erforderlichen Bausteine müssen erst in mühevoller Handarbeit gefertigt werden. Großzügige Spenden aus Franken hatten dies ermöglicht, und auch der Brunnen konnte weitergebaut werden.

Bei der Afrikareise 2014 war dann die Brunnentiefe auf 18,50 Meter angewachsen. Aber leider war man immer noch nicht auf Wasser gestoßen. Doch die Nachrichten im Mai brachten dann Erleichterung: In einer Tiefe von 21 Metern stießen die Arbeiter endlich auf Wasser. Es wurde bis 27 Meter weiter gegraben, und so entstand eine Wassersäule von 14 Metern mit hervorragendem Trinkwasser.

Da sich die Förderung jedoch als sehr schwierig gestaltet, wurde beschlossen, durch weitere Spenden eine mit Solarenergie betriebene Pumpe anzuschaffen und eine weitere für eine in Afrika übliche Bewässerungsanlage.
Seit 2011 wurden für den Bau des Brunnens und der Plantage sowie für Kindergärten und Schulen Spenden in Höhe von insgesamt 17 000 Euro gewährt.

Bereits drei Mal waren Mitglieder des Vereins vor Ort. "Mitgebrachte Hilfsgüter und die finanzielle Unterstützung der Bauvorhaben konnten den Einheimischen eins zu eins übergeben werden", freute sich Günter Seidel in seinem Bericht.

Um weitere Planungen voranzutreiben und das bisher erfolgreiche Projekt fortzuführen, bedürfe es jedoch weiterer finanziellen Hilfen. So ist angedacht, ein Benefizkonzert abzuhalten. Eine solche Veranstaltung oder oder andere Einnahmequellen müssten jedoch erst genau geprüft werden. Auch sei eine schöne Summe aus dem Erlös eines Senegal-Basars in Hallstadt zu erwarten.

Dies und die nächste Reise in den Senegal sollen bei einem Treffen mit Richard Tine an Ostern besprochen werden. Tine ist momentan als Promotionsstudent für seelsorgerische Mitarbeit in Würzburg tätig. In einem Telefon während der Hauptversammlung erklärte er, dass alle Entwicklungen im Senegal sehr positiv sind.

Pater Kosmar Rejmer, der an der Zusammenkunft teilnahm, zeigte sich angetan vom Wirken des kleinen Vereins.

Mit einem beeindruckenden Vortrag mit Bildern von den beiden jüngsten Senegal-Reisen beendete die Versammlung.