Peter Weith, der Vorsitzende der Freunde der Plassenburg, brennt für seinen Verein und das Kulmbacher Wahrzeichen. Das merkten die Besucher der Hauptversammlung am Freitagabend in der "Stadtschänke" deutlich. Noch bevor er mit seinem Bericht begann, galt es jedoch, zwei Personen mit der silbernen Plassenburg-Medaille zu ehren. "Damit werden Personen ausgezeichnet, die sich über Gebühr für die Plassenburg oder den Verein engagiert haben", erklärte Weith.

Vor der Vernichtung bewahrt

Als es vor einigen Jahren darum ging, für etliche Paletten Bücher aus der vereinseigenen Buchreihe neue Lagermöglichkeiten zu finden, hatten sich Sigrid Daum und Bernd Sauermann vom Kulmbacher Mönchshof spontan bereiterklärt. "Ihr habt rund 6500 Bücher eingelagert, umgelagert und vor der Vernichtung bewahrt, und damit etliche Tausend Euro an Vereinsvermögen gesichert."

Sigrid Daum bedankte sich für die Auszeichnung mit den Worten: "Wir lieben drei Dinge: Bücher, die Plassenburg und den Verein. Daher war das für uns eine Selbstverständlichkeit."

Auch 2019 waren die Freunde der Plassenburg wieder äußerst rührig, wie der Bericht des Vorsitzenden zeigte. Über 200 Kinder wurden etwa bei der beliebten Ostereiersuche auf der Burg beschenkt, sechs historische Stammtische mit etwa 300 Besuchern wurden abgehalten. Es gab eine Entdeckertour mit Erich Olbrich und einen Open-Air-Kinoabend auf dem Rondell der Burgschänke. "Organisatorisch sind wir da an Grenzen gestoßen", sagte Weith. Auch eine Exkursion nach Regensburg war ein Erfolg gewesen.

Doch der Vorstand leistete noch mehr. "Seit fünf Jahren sind wir dabei, die Vereinsmobilien zu inventarisieren, das wurde letztes Jahr abgeschlossen." Bislang habe es keine schriftliche Regelung mit den Stiftungsmusseen in Bezug auf die etwa 50 Dauerleihgaben gegeben, darunter Daubenkrüge, Möbel, Zinnfigurensammlung oder Kleidungsstücke. "Hier konnte auch dieses Mal keine Vereinbarung unterzeichnet werden, das heißt, es wird künftig auf der Grundlage des BGB verfahren", erklärte der Vorsitzende. Man werde natürlich weiterhin die Stiftungsmuseen unterstützen, so habe man erst im November zwei Kopfhauben aus dem Besitz der Familie Zech übergeben.

Aufschlussreiche Röntgenbilder

Die Freunde der Plassenburg unterstützen auch Sanierungsarbeiten an der Plassenburg und informieren darüber. So wurde das Christiansportal geröntgt und brachte interessante Einblicke ans Tageslicht. "Am 13. März werden die Ergebnisse der Untersuchungen im Vereinszimmer des Mönchshof von Heinrich Piening präsentiert."

Darüber hinaus habe sich der Verein in diesem Jahr erneut am Kulmbacher Adventsmarkt beteiligt und Christbaumkugeln zum Verkauf angeboten. "Das war so ein Erfolg, dass bereits am Samstagmittag alle Kugeln ausverkauft waren." Wer nicht zum Zug kam, kann sich freuen, denn auch in diesem Jahr soll es wieder Christbaumkugeln "in den Farben der Saison" geben.

Der 338 Mitglieder starke Verein pflegte und pflegt auch die Kooperation mit anderen Kulturvereinen in Kulmbach, wie etwa dem Literaturverein. "Der Elise-Gleichmann-Abend war ein echter Renner", sagte Peter Weith. In diesem Jahr ist eine Aktion mit dem Foto-Amateur-Club Mainleus geplant. Weiterhin wollen die "Freunde" die Teilnehmer des "Spartan Race" mit einem Stand auf der Burg begrüßen, zudem ist ein weiterer Open-Air-Kinoabend mit Erich Olbrich in Planung.

"Wir haben außerdem vor, noch in diesem Jahr ein neues Buch in unserer Schriftenreihe herauszugeben", verriet Peter Weith und verwies zugleich auf den Plassenburgfilm, der im Jubiläumsjahr auf DVD herausgegeben wurde. "Von diesem Film wollen wir mit Untertiteln eine internationale Version mit möglichst vielen Sprachen veröffentlichen", sagte er und startete damit zugleich einen Aufruf an alle interessierten Muttersprachler, die sich hier ehrenamtlich einbringen wollen. "Je ausgefallener die Sprachen sind, desto besser."

Das aktuell diskutierte Thema um die Verkehrserschließung der Burg konnte zur Hauptversammlung noch keine Antworten bieten. "Ein externes Gutachterbüro ist in der Endabstimmung", sagte Peter Weith. "Ich bin sicher, es wird nach vorn gehen, aber es gibt viele Verwaltungen, die hier mitreden, da dauert eben alles etwas länger." Ministerium und Schlösser- und Seenverwaltung stünden im Wort, "jetzt dürfen wir nichts übers Knie brechen, wir brauchen ein gutes Konzept." Er bitte daher um Geduld und zeigte sich selbst optimistisch.

In ihren Grußworten würdigten der stellvertretende Landrat Jörg Kunstmann und der zweite Bürgermeister Ralf Hartnack das Engagement des Vereins und des ersten Vorsitzenden um das Kulmbacher Wahrzeichen. "Die Stadt lebt vom Tourismus auf der Burg und die Burg lebt vom Tourismus in der Stadt."