Im Mittelpunkt stand die Festansprache des Landes- und Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger, der deutlich machte, dass die Freien Wähler die politische Marke für Qualität sind. Einer Verlängerung des "Schwarz-Gelben Trauerspiels" in München erteilte der Landesvorsitzende eine klare Absage. Die 15 Prozent-Marke ist für Aiwanger in Bayern keine Utopie.

Der Jubiläumsabend war zugleich der oberfränkische Wahlkampfauftakt, bei dem sich Martin Baumgärtner und Philipp Simon Goletz als Direktkandidaten für den Land- und Bundestag vorstellten. Die Oldbeertown Jazz Band und Lucky Brass sorgten für die musikalische Umrahmung des Festabends.

Landeschef Hubert Aiwanger verwies darauf, dass die Freien Wähler in einer Regierungsverantwortung wieder das neunjährige Gymnasium einfordern würden.
Mit Blick auf die jüngsten Hochwasserereignisse stellte Aiwanger fest, dass die Freien Wähler deutlich vor diesem Ereignis einen Hochwasserschutz in gefährdeten Gebieten forderten: "Wenn jetzt die Staatsregierung umschwenkt und sagt, wir brauchen keine Staustufen in der Donau mehr, sondern vom sprunghaften Ausbau des Hochwasserschutzes spricht und jetzt plötzlich die Mittel verdoppelt und plötzlich die Leute in den Wasserwirtschaftsämtern wieder einstellt, die Stoiber vorher in seiner Sparwut abgebaut hat, dann sage ich, das hättet ihr eher tun sollen. Dann sage ich auch, Seehofer mach mal halblang, wenn Du von Enteignungen von Landwirten sprichst."

Seit Jahren alles verzögert

Das ist nicht die Debatte, denn nach Aiwangers Meinung wird hier seit Jahren alles verzögert und kein Bauer stehe einer Hochwasserschutzmaßnahme entgegen. Man hat mit den Leuten nicht gesprochen und hat auch keine Pläne. Hubert Aiwanger: "Das ist ein Ablenken von den eigenen Schwächen und hier sage ich ganz klar, Herr Seehofer, erst mit den Leuten reden und dann erst an das Enteignen denken." Hubert Aiwanger propagierte für die Freien Wähler eine offene und ehrliche Zusammenarbeit im Landtag, dabei über alle Parteigrenzen hinweg. Ferner weniger Fördertopfpolitik und mehr Entscheidungskompetenz für die Kommunen. Aiwanger: "Wir wollen nicht spalten, sondern zusammenführen und damit sind wir der Herzschrittmacher für die Politik Bayerns."

Landtagsvizepräsident Peter Meyer hieß die Besucher im Namen des Bezirksvorstandes der Freien Wähler willkommen und gratulierte dem Ortsverband Neudrossenfeld zum 60. Geburtstag. Dabei bescheinigte Meyer den Freien Wählern Neudrossenfelds eine hervorragende kommunalpolitische Arbeit. FW-Kreisvorsitzender und Landrat Klaus Peter Söllner bescheinigte den Freien Wählern Neudrossenfelds um Bürgermeister Dieter Schaar, in den zurückliegenden Jahren Großartiges geleistet zu haben. Und als Chef der Genussregion stellte Söllner selbstbewusst fest: "Wir sind das Zentrum der Kulinaristik!" Die Freien Wähler nehmen nicht für sich in Anspruch, das sie den Stein der Weisen gefunden hätten, aber die Stärken, die man auf kommunaler Ebene habe, wolle man auch weiter in den Bezirks - und Landtag transportieren und dafür sind die Freien Wähler in Oberfranken gut aufgestellt.

Bürgermeister Dieter Schaar (FW) stellte rückblickend fest, dass ein 60. Geburtstag für einen Ortsverband der Freien Wähler nicht alltäglich ist. Die Gemeinde Neudrossenfeld habe sich prächtig entwickelt und die Freien Wähler konnten dazu als derzeit stärkste politische Kraft entscheidend beitragen.