Ein 26-Jähriger aus dem Landkreis Bayreuth hatte im Oktober vergangenen Jahres am Trebgaster Badesee einer 48-jährigen Trebgasterin sein eregiertes Glied präsentiert. Dafür wurde der bereits einschlägig Vorbestrafte am Donnerstag wegen exhibitionistischer Handlungen vom Amtsgericht Kulmbach zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt.

Laut der von Staatsanwalt Mario Jakobs verlesenen Anklage soll der junge Mann im vergangenen Herbst an den Treb gaster Badesee gegangen sein, wo er auf die Frau traf. Als diese sich ihm auf ungefähr fünf Meter näherte, soll der 26-Jährige sein eregiertes Glied ausgepackt und onaniert haben.

Der Angeklagte räumte seine Schuld in vollem Umfang bereits mit seinem ersten Satz ein: "Ja, ich habe es getan."

In psychologischer Behandlung

Allerdings habe er nie vorgehabt, sich dadurch sexuell zu erregen. Viel eher habe er schocken wollen, das ganze für einen "Jungen-Streich gehalten". Dass er damit falsch gelegen hatte, sei ihm inzwischen vollkommen bewusst. Er sei mittlerweile auch in psychologischer Behandlung. Die Auswahl seines Opfers sei dementsprechend keinem Muster gefolgt: "Das war Zufall. Ich habe sie vorher nicht speziell wahrgenommen."

Die 48-jährige Frau, die an jenem Nachmittag ihre gewöhnliche Walking-Runde um den See laufen wollte, hatte dies allerdings anders wahrgenommen. Schon bei ihrem Eintreffen auf dem Parkplatz habe der Angeklagte sie fixiert, stand mit dem Auto hinter ihr. Da habe sie sich aber noch keine Gedanken gemacht.

Nachdem sie etwas um den See herumgelaufen war, sei sie in die Nähe der Bank gekommen, auf der der 26-Jährige sich niedergelassen hatte, wobei sie sofort erkannt habe, dass dieser seinen Penis in der Hand hatte. Sie sei zu diesem Zeitpunkt die einzige Person gewesen, die sich nicht in der Nähe einer Gruppe aufgehalten hatte und daher ein einfaches Ziel gewesen.

Sofort sei sie in Richtung Ausgang gerannt, wo sie eine Gruppe von Frauen über den Vorfall in Kenntnis setzte. Daraufhin sei der Angeklagte nochmals auf sie zugekommen und habe geäußert, er habe doch nur telefoniert. Für die 48-Jährige unvorstellbar: "Ich war nah genug dran, dass ich alles erkennen konnte."

Aufgrund einer Angststörung ist es der Frau bis heute nicht möglich, wieder auf ihrer alten Strecke zu walken. Der Angeklagte nutzte die Gerichtsverhandlung, um sich mehrfach bei ihr zu entschuldigen.

Richterin Sieglinde Tettmann blieb mit dem Urteil von 120 Tagessätzen zu je zehn Euro unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die 20 Euro als Tagessatz gefordert hatte. Sie hielt dem Angeklagten, der wegen eines ähnlichen Vorfalls bereits 2013 zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, sein Geständnis zugute und riet , die psychologische Behandlung fortzusetzen.