Das Schicksal von Opfern treibt Alfons Hrubesch auch nach seiner Pensionierung als Polizeihauptkommissar um. Als Leiter der Außenstelle Kulmbach/Kronach/Lichtenfels des Weißen Ring e.V. hat er in der Vergangenheit bereits erfolgreich mit dem Projekt "Seelennarben" auf Missbrauch aufmerksam gemacht. Nun hat er sich das Thema "Cybermobbing" auf die Fahnen geschrieben. Denn mit den sozialen Netzwerken wie Schüler-VZ und Facebook hat das Mobbing im Internet eine neue Dimension erreicht.

Mädchen sind öfter betroffen

Die Bandbreite der Diffamierung und Ausgrenzung reicht von Belästigung, Bedrängung über Nötigung bis hin zur Bedrohung. Betroffen sind vor allem Jugendliche in der Pubertät, Mädchen häufiger als Jungs. Mittlerweile ist "Cybermobbing" weit verbreitet. Davon können auch die Schulleiter in Stadt und Landkreis Kulmbach ein Lied singen.

Was die Sache so leicht macht ist die scheinbare Anonymität im Netz. Die Täter verstecken sich hinter Fantasienamen oder stehlen sogar virtuelle Identitäten. Für viele Erwachsene, Eltern und Lehrer, sind die sozialen Netzwerke ein unbekanntes Terrain. Oft verschweigen Jugendliche auch gegenüber Eltern und Lehrern, dass sie gemobbt werden, aus Angst vor weiteren Repressalien oder weil dadurch Dinge offenbar werden könnten, die die Jugendlichen lieber für sich behalten.

Alfons Hrubesch will dieser virtuellen Gefahr mit einer Schärfung des Problembewusstseins bei den Tätern und einer Sensibilisierung der Gesellschaft für die Thematik entgegenwirken.

Man kann nur vorbeugen

"Vorbeugen" lautet seine Devise. Und deshalb hat er Pfarrer, Richter, Polizisten, Schulpsychologen und Schulleiter aus dem Raum Lichtenfels-Kulmbach kürzlich zu einem ersten Treffen in die Räume der Polizeiinspektion Lichtenfels eingeladen. Geplant ist ein Filmprojekt. Vier Personengruppen möchte man damit ansprechen: den oder die Täter, die Sympathisanten, diejenigen, die wegschauen, und das Opfer.

Besonders wichtig ist es dem Team um Alfons Hrubesch von Anfang an, Jugendliche in das Vorhaben einzubinden. Einen ersten Einstieg wagten Kristin Richter und Nina Schröppel vom Gymnasium Burgkunstadt; in der Folge sollen weitere interessierte Jugendliche als Berater und Akteure zum Filmteam stoßen. An einem Casting-Wochenende soll mit den mitwirkenden Jugendlichen näheres besprochen werden. Alle interessierten Schulen sind aufgefordert, sich jeweils mit fünf bis sechs Jugendlichen aus der Altersgruppe der 13- bis 17-jährigen zu beteiligen.

Sponsoren gesucht

Der rund zehnminütige Film soll später, auch überregional, an den Schulen und in den Vereinen und Jugendorganisationen gezeigt werden. Doch bis es soweit ist, sind noch etliche Klippen zu überwinden. Das Wichtigste sind jetzt Sponsoren für das aufwändige Filmprojekt. Das Team hofft auf die finanzielle Unter stützung durch Banken und private Geldgeber, denen die Aufklärung der Jugendlichen in Sachen "Cybermobbing" am Herzen liegt. Wer sich beteiligen möchte, kann sich unter der Nummer 0171/3032827 an Alfons Hrubesch wenden.