Echte Österreicher sind die Musiker der Gruppe "I am from Austria" nicht. Doch sie beherrschen den Dialekt perfekt, auch wenn sie aus Südostbayern stammen. Und wichtig ist: Jedes einzelne Musikerherz schlägt für Österreich. Die Berge, der Schnee, die Lebensart und natürlich der unvergleichliche "Schmäh" der Band "I am from Austria" hatten das Potential, die Massen zu begeistern. Die Musiker machten am Dienstagabend aus der Plassenburg kurzerhand "ein Schloss", das Publikum nahm diesen kleinen Faux-pas nicht krumm. Im Gegenteil. "Alles ist erlaubt. Wichtig ist, dass die Stimmung passt", wünschte sich Frontman Hias, mit bürgerlichem Namen Mathias Rasch.

Beim Programm ließen die Vollblutmusiker all die unvergessenen österreichischen Superhits der vergangenen Jahrzehnte aufleben. Wolfgang Ambros' "Blume aus dem Gemeindebau" war genauso dabei wie die legendären Reinhard Fendrich-Superhits "Strada del sole", "Schickeria" oder "Oben ohne".

Es waren nicht nur die Skifahr-Hits aus den Bergen, die die Menschen liebten, sondern auch die nachdenklichen Songs kamen beim Publikum an. Es ist dieser Mix aus Unterhaltungsmusik und Liedermacher-Elementen, der den Austro-Pop zu dem macht, was er ist: Partystimmung traf österreichische Tiefsinnigkeit, Dialekt mischte sich mit modernem Lebensgefühl. Das Publikum schwelgte bei "Großvater", das im Original von STS stammt, in Erinnerungen und träumte bei "Irgendwann bleib i dann dort".

"Früher machte ich Punkmusik, liebte Sex, drugs, Rock'n' Roll", enthüllte der Musiker Manuel Graumeier. Doch alles hat sich geändert. "Heute bin ich verheiratet, trinke ein leichtes Weißbier und singe Peter Cornelius", unkte der Musiker und gab auch gleich eine zuckersüße Kostprobe seines Könnens. Nicht nur die Damen schmolzen bei "Du entschuldige, ich kenn di", bei "Zufällig" oder "Es wird immer sein, wie's immer war" dahin, auch die Männer erinnerten sich gerne.

Austro-Pop bedeutete natürlich nicht, dass nur in Dialekt gesungen wurde. Mit "Flying high" gelang der Band ein echter musikalischer Leckerbissen im Schönen Hof der Plassenburg. Auch die Lichttechnik begeisterte. Verschiedene Farben, Lichtspiele - immer wieder erstrahlte die Bühne in neuem Glanz. Die Musiker von "I am from Austria" zogen alle Register ihres Könnens, auch Songs von Georg Danzer oder Ludwig Hirsch hatten sie im Repertoire. Und was wäre Austria ohne Falco? Viele Zuhörer erinnerten sich noch, welchen Skandal einst das Lied "Jeanny" ausgelöst hatte, es wurde sogar von den Radiosendern boykottiert. Doch einen Welterfolg hat Falco dennoch mit dem Song gelandet.

Im zweiten Teil des Konzertes gewann die Band an Tempo. Die Kulmbacher erwiesen sich als äußerst textsicher, sangen bei "Fürstenfeld" nicht nur die erste Strophe mit. "Kulmbach ist eine österreichische Provinz", freuten sich die Musiker. Bei "Reif für die Insel", "Live is Life" und "Macho, Macho" kochte die Stimmung. Der "Märchenprinz" bekam seinen Glanzauftritt. Und am Ende erklang natürlich noch die heimliche Nationalhymne Österreichs: "I am from Austria".