Das Atemschutzzentrum des Landkreises im Kulmbacher Feuerwehrzentrum in der E.-C.-Baumann-Straße wurde in den vergangenen Monaten nach den neuesten technischen Gesichtspunkten und den aktuellen Bestimmungen des Arbeitsschutzes für 215 000 Euro modernisiert. Allein der Einbau eines Lastenaufzugs kostete rund 120 000 Euro.

Das Nonplusultra dabei: die Schwarz-Weiß-Trennung nach dem Vorbild des Bergbaus. So wird schmutzig und sauber getrennt, die Verschleppung von unerwünschten Stoffen unterbunden. Was bedeutet das Prinzip konkret für die Feuerwehr? "Die kontaminierten Atemschutzgeräte werden in einem gesonderten Bereich gereinigt, desinfiziert und anschließend im Weiß-Bereich überprüft. Das war bisher nicht der Fall, denn dafür stand nur ein großer Raum zur Verfügung", erklärt Kreisbrandmeister Tobias Tietze.

Hygiene im Blickpunkt

Die Schwarz-Weiß-Trennung ist neuerdings Vorschrift auf dem Hygienesektor. Daher wurde noch eine Waschmaschine angeschafft, um Atemschutzmasken und Gerätschaften zu reinigen. "Das muss also nicht mehr per Hand gemacht werden", so Tietze. Dazu kommt noch ein Schmutz-Container im Erdgeschoss, in dem die verunreinigten Geräte gelagert und in dem auch die entstehenden Dämpfe abgesaugt werden können.

Und noch eine Neuerung: Seit einem Jahr ist Tietze komplett für den Atemschutz der Landkreisfeuerwehren zuständig und kümmert sich auch um die Ausbildung. Das macht der 37-Jährige nebenberuflich, im Hauptberuf ist er Feuerwehrmann bei der Stadt Bayreuth.

Die Atemschutzwerkstatt wurde bisher ehrenamtlich betreut, aber aufgrund strengerer Vorschriften musste der Landkreis eine hauptamtliche Kraft einstellen: Das ist Uwe Mai .

"Früher hat man nur die Flasche gefüllt"

"Die Geräte müssen nach jedem Einsatz desinfiziert und geprüft werden. Das ist abends und in der Freizeit nicht mehr zu machen. Früher hat man einfach nur die Flasche gefüllt - und das war es dann auch", sagt Tietze. "Hinzu kommt, dass die Zahl der Geräteträger und Gerätschaften ständig zunimmt. Fast jede Feuerwehr hat heute Pressluftgeräte."

Im Landkreis sind derzeit 600 Geräteträger registriert, die Zahl der Atemschutzgeräte liegt bei 200. Die Feuerwehren Kulmbach und Stadtsteinach kümmern sich weiterhin ehrenamtlich um die Übungsstrecke, "denn die Streckenstunden finden wie bisher abends statt".

Früher umständlicher

Die Überprüfung der Gerätschaften erledigt der 52-jährige Uwe Mai, der bei größeren Einsätzen auch die gesamte Atemschutzlogistik betreut. "Die Feuerwehren bringen die Gerätschaften zu uns ins Atemschutzzentrum. Nach den Einsätzen werden sie in der Spülmaschine thermisch gereinigt und desinfiziert", so der Stadtsteinacher.

Die Feuerwehren sind froh, dass jetzt immer ein Ansprechpartner im Atemschutzzentrum zur Verfügung steht. Seit es die neue Schließanlage gibt, kann man rund um die Uhr Gerätschaften zur Reinigung und Wartung abgeben. Tietze: "Das ist ein großer Vorteil. Wenn die Feuerwehrleute nachts um drei Uhr einen Einsatz haben, können sie hinterher ihre Geräte hier abliefern und benötigen dazu keinen von uns. Das war früher alles umständlicher."

Landrat: Maß der Belastbarkeit erreicht

"Das Maß der Belastbarkeit war erreicht, im Ehrenamt nicht mehr zu leisten", betonte Landrat Klaus Peter Söllner. Es sei nötig gewesen, mit Uwe Mai einen hauptamtlichen Gerätewart einzustellen.

Als genauso erforderlich bezeichnete er die Renovierung des Atemschutzzentrums, das 1994 gemeinsam mit dem Feuerwehrzentrum Kulmbach gebaut wurde. Bei der Feierstunde sagte er: "Die Anlage entsprach den heutigen Anforderungen nur noch bedingt. Eine Anpassung an die fortschreitende Entwicklung war zwingend notwendig." Zudem sei eine ordnungsgemäße Arbeit der ehrenamtlichen Helfer und der Atemschutzgeräteträger im Einsatz nicht mehr gewährleistet gewesen. Den Unterhalt der Atemschutzübungsanlage mit Werkstatt bezifferte er auf 30 000 Euro jährlich - ohne den Gerätewart.

Oberbürgermeister Henry Schramm merkte kritisch an, dass Vorschriften und Technik im Feuerwehrwesen immer mehr zunehmen: "Man muss hoffen, dass wir immer Feuerwehrnachwuchs finden."

Kreisbrandrat Stefan Härtlein freute sich, dass das in die Jahre gekommene Atemschutzzentrum auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurde. "Es war Zeit, dass etwas passierte!"