Freilich wächst die auf dem Friedhof nicht auf den Gräbern. Dort haben Geranien, Stiefmütterchen und Fleißige Lieschen die Übermacht.
Aber Friedhelm Haun geht es auch gar nicht um die traditionellen Grabpflanzen. Bei einem Abendspaziergang im Rahmen der landesweiten Veranstaltungsreihe "Bayern TourNatur" will der Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege demonstrieren, was sonst noch wächst auf dem Friedhof - zwischen den Gräbern, hinter den Grabsteinen, auf Wegen und an Rainen. Haun hat sich im Vorfeld der Veranstaltung die Mühe gemacht und hat gezählt. Auf 128 verschiedene Arten ist er gekommen: Gräser, Blumen, Kräuter. "Wirklich seltene Arten sind allerdings nicht dabei", sagt er. Weshalb die Teilnehmer an dem Spaziergang durchaus einmal eine Blüte pflücken und unter der Lupe genau studieren dürfen. Nur wer genau hinschaut, erkennt zum Beispiel die schneckenförmig gewundenen Samenkörner, die dem Hopfenschneckenklee seinen Namen geben.
Haun erläutert den Unterschied zwischen dem Pyrenäen-Storchschnabel und dem Kleinen Storchschnabel. Er stellt das Ferkelkraut vor, den Pippau und den Ackerehrenpreis. Und schließlich lernen die Teilnehmer noch einen echten Überlebenskünstler kennen: Was für viele einfach nur "Gras" ist, ist die Einjährige Rispe, die innerhalb von nur vier Wochen wächst, blüht und fruchtet - und selbst auf dem kargen Boden der Schotterwege noch gedeiht.