Es sind ungewöhnliche Ideen und Erfindungen, mal schlicht, mal aufwendig, aber immer ganz speziell, die Jahr für Jahr mit dem Design- und Erfinderpreis des oberfränkischen Handwerks belohnt werden. Unter dem Namen "Seitensprünge" sind am Mittwochabend zehn Preisträger ausgezeichnet worden.

Seit einigen Jahren findet die Veranstaltung nicht mehr in München, sondern im Rahmen der Designtage in Coburg statt.


Enorme Bandbreite


Der Vizepräsident der Handwerkskammer, Matthias Graßmann, verwies auf die enorme Bandbreite und Leistungsfähigkeit des oberfränkischen Handwerks.
"Gerade die Preisträger unseres Design- und Erfinderpreises machen uns bewusst, dass den meisten Handwerksberufen vom Können her praktisch keine Grenze nach oben gesetzt sind." Viele oberfränkische Betriebe seien in ihrem Bereich Weltmarktführer, absolute High-Tech-Unternehmen, die ständig an der Grenze des Machbaren arbeiten.


Belastbar und nachhaltig


"Es gibt Handwerksunternehmen, die in exklusivsten Marktsegmenten arbeiten", so Graßmann. Oft seien die Grenzen zwischen Handwerk und Kunst fließend.

Hauptgeschäftsführer Thomas Koller betonte, dass der Preis "Seitensprünge" in den vergangenen 14 Jahren zu einem echten Markenzeichen geworden sei. Das Handwerk sei ästhetisch, belastbar, nachhaltig, regional und vielfältig.

In diesem Kontext blicke die Familie Krumpholz am Guttenberger Hammer auf 220 Jahre Firmengeschichte in der Herstellung von qualitativ erstklassigen geschmiedeten Handwerkszeugen zurück. In dieser Traditionswerkstatt bekommt man Löwenzahnzieher und Zwiebelpflanzer, Staudenspaten und Feldhacke, Fingerjäter und Sauzähne, Werkzeuge, die allen Gartenfreunden ein Begriff seien. Dazu würden auch noch Äxte und Hacken, Schaufeln und Spaten und viele andere Spezialwerkzeuge entworfen und produziert.


Produktpalette umfasst 1000 Werzeuge


Die aktuelle Produktpalette umfasse derzeit etwa 1000 Werkzeuge, die bei Krumpholz seit 1799 in der mittlerweile siebten Generation geschmiedet werden. "Hier paaren sich Erfahrung und Vielfalt", hieß es in der Laudati, und das im Gegensatz zur Serienproduktion, die immer einfältiger werde.

"Unsere Werkzeuge kauft man nicht einfach nur", sagte Claus Krumpholz. "Man investiert in sie. Denn nicht selten werden sie noch an die nächste Generation vererbt, denn die Werkzeuge halten mindestens ein Leben lang." Außerdem stehe sein Betrieb für Regionalität und Nachhaltigkeit, so Claus Krumpholz senior, der seit 2003 an der Spitze des Unternehmens mit 15 Mitarbeitern steht.

Auch als Arbeitgeber ist er ein Musterbeispiel: "Bei uns gibt es keine befristeten Jobs, keine Leiharbeiter, am liebsten beschäftigen wir von der Ausbildung bis zur Rente."

Und noch eine Aussage war Claus Krumpholz wichtig: "Bei uns ist noch nie ein Mitarbeiter aus Arbeitsmangel entlassen worden."