Richtig sei, dass er mit Gürpinar genau ein einziges Mal ein Gespräch geführt habe - am Samstag, 1. Juli, gegen 13.30 Uhr. Das Gespräch habe knapp neun Minuten gedauert. Inhalt des Gesprächs sei sein seiner Meinung nach unkollegiales Verhalten gewesen. Franzke: "In erster Linie ging es Herrn Gürpinar um das Ansehen der Partei. Ich habe in diesem Gespräch Herrn Gürpinar über den Sachverhalt aufgeklärt und ihm hier mitgeteilt, dass ich mir vor behalte, rechtliche Schritte gegen die Urheber dieser Kampagne einzuleiten."

Dass Gürpinar bestrebt sei, "seine" Partei sauber zu halten, könne er sogar teilweise nachvollziehen, seine getroffenen Äußerungen seien dennoch so nicht richtig. Ebenso seine Einschätzung, was ihn zu diesem Schritt bewogen habe.

Franzke weiter: "Für mich zeigt aber das Verhalten des Herrn Gürpinar, dass meine Entscheidung richtig war. Einer Partei, der es nicht um den einzelnen, nicht um den Mitstreiter, und sei er auch noch so unbequem, geht, kann in solchen Situationen im Gegenzug auch keine Loyalität erwarten." Er finde es auch befremdlich, dass der Landessprecher sich erdreiste zu entscheiden, wann und wie er sich verletzt und beleidigt fühle und wo er aufgrund seiner persönlichen Werte und Einstellungen eine rote Linie gezogen habe.

Keinesfalls habe er die Äußerung getätigt, er habe mit der Ehe für alle "Bauchschmerzen". Selbstverständlich setze er sich seit Jahren dafür ein, dass gleichgeschlechtliche Paare im rechtlichen Sinne gleichgestellt werden müssten. Zu dem Thema habe er lediglich geäußert, dass er bei der Ehe für Alle, so wie diese propagiert werde, rechtliche Schwierigkeiten im Bezug zum Grundgesetz sehe und dass er als Christ das Wort Ehe in diesem Zusammenhang so nicht verwenden würde. Daraus abzuleiten, er sei gegen die Ehe für Alle oder er habe damit Bauchschmerzen, grenze an Verleumdung.