Es war den "Buschklopfern" vortrefflich gelungen, in Mitten der Natur nicht nur schwungvoll und heiter, sondern auch mitreißend und mitunter auch sehr gefühlvoll vom Liebesleid und der Liebeslust zu erzählen.

Unter den Besuchern war auch Landrat Klaus Peter Söllner und er war am Ende auch voll des Lobes über das Ensemble der "Buschklopfer" mit Regisseur Uwe Hoppe an der Spitze: "Es war toll, ja überrragend und es war ein ganz schwieriges Stück, denn erstens einmal ein Kompliment an den Regisseur, der ja nur Fragmente hatte und einen wunderbaren Text vorgelegt hat. Es war mit den langen Passagen schwierig zu spielen, aber das haben die Schauspieler meisterhaft rübergebracht.
Himmelkron entwickelt sich zum Kulturstädtchen mit Stiftskirchenmuseum, der Baille-Maille-Allee und dem Partnerschaftsplatz."

Der Adel aus der damaligen Zeit spielte das Stück - die Szenenanweisung stammt aus dem Jahr 1718 - selber und er träumte sich dabei in eine idyllische Welt des Landlebens: Frei von politischen Sorgen des Alltags genoss der Adel den vermeintlichen Frieden der einfachen Leute, die sich sorgenfrei nur um ihre Liebesfreuden und Nöte zu kümmern brauchten.
Nach den Klassikerin wie "Viel Lärm um Nichts" und "Ein Sommernachtstraum" wagten sich die "Buschklopfer" an den scherzhaften und mitunter auch derben Hirtenschwank, dessen Regiebuch Uwe Hoppe im Auftrag des Förderkreises zur Erhaltung und Verschönerung der Kulturlandschaft Himmelkron selbst zu Papier brachte und daraus eine spielbare Textfassung rekonstruierte.
Aus den überlieferten Fragmenten war Hoppe zumindest so viel bekannt, dass der Bayreuther Markgraf Georg Wilhelm seinen Namenstag in der Sommerfrische zu Himmelkron begehen wollte. Seine Frau Markgräfin Sophie gab daraufhin zu diesem Anlass das Theaterstück "Die beglückte Schäferin Bellinde" in Auftrag. Und wer der Autor dieses Schäferspiels war, ist bis heute unbekannt geblieben, ebenso der Komponist der zahlreichen musikalischen Einlagen.

Der Inhalt dieses Schäferspiels ist eine verworrene Liebesgeschichte, wie sie damals typisch für die Barockzeit war. Amaranthe (Anne Christoph) jammert und jammert. Sie ist überaus unglücklich in Celion (Marietta Weller) verliebt. Oder glaubt sie das nur? Bis vor Kurzem schwebte sie doch noch mit ihrem Freund Licidas (Michaela Sonntag) im Glückshimmel. Ihre Freundin Coriane (Andrea Sack) weiß sich und ihr nicht mehr zu helfen. Ein Brief soll Klarheit schaffen. Amaranthe gesteht Celion ihre Gefühle. Der antwortet kurz und bündig: Er sei bereits in eine andere verliebt und habe sich dieser auf ewig versprochen. Die andere ist Amaranthes Schwester: Bellinde (Carolin Wagner).

Die tugendhafte Bellinde ist einfach nicht bereit, ihre Beziehung zu Celion ihrem Vater Philemon (Eberhard Einwag) zu gestehen und ihn um den Segen für eine Hochzeit mit ihrem Liebsten zu bitten. So könnte eigentlich jedes Töpfchen sein Deckelchen finden. Doch bevor es soweit war, musste noch viel gelitten und gestritten werden: Die Not ist groß und die Folgen sind Liebesschmerzen zum Herzzerrreißen.

Es fliegen die Fetzen und Tränen rollen. Aus Liebe wird Hass und Freunde werden in dem Stück zu Feinden. Nach vielen Irrungen und Wirrungen kommen am Ende durch das beherzte Eingreifen der Schäferin Coriane, die die Liebe eigentlich verachtet, aber schließlich drei glückliche Paare vor den Altar.
Mit dem dritten Paar sind die uralte Hexe Moriane (Uwe Hoppe) und der junge Schäfersknecht Crispoleto (Georg Mädl) gemeint, der mit allerlei Zaubertricks regelrecht verführt wird. Eben Zickenkrieg im Rokoko!