Stolz zeigte sich Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend auf das Wirsberger Sommerbad im Schorgasttal. Der Grund: Die Freizeiteinrichtung besteht 2015 30 Jahre - ein Meilenstein, der mit einem attraktivem Programm gefeiert werden soll. Sehr ernüchternd waren aber im Gegenzug die Zahlen in der Bilanz für 2014.

Bei nur 26 Sonnentagen - das beliebte Waldschwimmbad mit seiner 115 Meter langen Wasserrutsche hatte an 111 Tagen geöffnet - lag die Gästezahl mit 13.150 Personen um mehr als 8000 unter der in der Badesaison 2013 (21.320 Besucher). Nur an 5,2 Prozent der Öffnungstage waren zwischen 500 und 1000 Personen im Wirsberger Sommerbad. An 28 Tagen war das Freibad nur verkürzt geöffnet oder aufgrund der Temperaturen ganz geschlossen. So blieben mit 17.100 Euro auch die Eintrittsgelder deutlich hinter dem Haushaltsansatz von 27.800 Euro zurück.

Einzelkarten: massiver Rückgang

Ein massiver Rückgang war nach dem Bericht Anselstetter bei den Einzelkarten zu verzeichnen. Auch der Badebesuch aus den Schulen sank von 1000 im Vorjahr auf 580 heuer. Ein leichtes Plus durfte der Bürgermeister lediglich bei den Erwachsenen- und Kinder-Saisonkarten vermelden. Ein dickes Dankeschön richtete Hermann Anselstetter an die DLRG-Ortsgruppe Wirsberg für die gerne geleisteten Wachstunden und lobte: "Die DLRG ist eine Bastion der Sicherheit im Sommerbad!" Unter der DLRG-Regie machte die Grundschule Neuenmarkt-Wirsberg einen Schwimmkurs im Waldschwimmbad.

Nichtsdestotrotz wird der Luftkurort Wirsberg auch weiterhin sein Sommerbad bestens in Schuss und topgepflegt hatten, daran ließ Bürgermeister Anselstetter keinen Zweifel. Er sah im Sommerbad an Sonnentagen immer noch einen Magneten: "Es ist eines der schönsten und attraktivsten Freibäder Frankens. Mit 23 bis 24 Grad Wassertemperatur an normalen Badetagen zählt es zur Spitzengruppe." Auf der beliebten Wasserrutsche, freute sich Anselstetter, habe es erneut - wie seit dem Bestehen der Einrichtung - keinen Unfall gegeben.

Nicht unerwähnt ließ das Gemeindeoberhaupt die Familienfreundlichkeit des Sommerbades, für das verbilligte Tickets erhältlich seien sowie Vergünstigungen an jedem Donnerstag gewährt würden. Für die kommende Jubiläumssaison werde der Markt gerade diese noch deutlicher herausstellen und möglicherweise erweitern, kündigte der Bürgermeister an.

Für dezentrale Unterbringung

Im weiteren Verlauf der Gemeinderatssitzung ging es um Asylbewerber, wobei Anselstetter deutlich machte, dass Wirsberg für eine dezentrale Unterbringung eintrete. "Das Land Bayern hält Gemeinschafts- und Sammelunterkünfte weiterhin hoch. Der Markt Wirsberg sollte 2011 und 2012 über 100 Asylsuchende aufnehmen. Wir haben dafür aber nicht die Infrastruktur. Wir stehen für die dezentrale Unterbringung von Familien in Wohnungen, weil sie sich so am besten integrieren. Dass weiß auch die Regierung von Oberfranken", betonte Anselstetter.

Eine vierköpfige Familie aus Georgien ist am Mittwoch in ein Wohnhaus im Hegnichweg eingezogen. Der Markt hatte das Gebäude gekauft, hergerichtet und bezugsfertig gemacht.
In der Ratssitzung wies Hermann Anselstetter darauf hin, dass der Bauhof nun eine weitere kommunale Wohnung herrichten und renovieren werde, um Asylsuchende aufnehmen zu können.

"Richtiger und normaler Weg"

Das ist für Anselstetter "der richtige und normale Weg"; auch der Gemeinderat bekenne sich dazu. Der Bürgermeister appellierte zudem an alle Wirsberger Privatleute, den Mitarbeitern im Rathaus freie Wohnungen zu melden. "Sie müssen nur schlicht eingerichtet sein."