Damit wird es neben CSU, SPD und Freien Wähler zur Kommunalwahl am 16. März wohl einen vierten Listenvorschlag geben.


Nur noch SPD-Anhängsel

Martin, der vor sechs Jahren als parteifreier Kandidat für "Pro Stadtsteinach" in den Stadtrat eingezogen ist, ist der Ansicht, dass sich "Pro Stadtsteinach" mittlerweile zu einem SPD-Anhängsel entwickelt hat. Ihm aber sei es wichtig, parteiunabhängige Kommunalpolitik zu betreiben. "Im Stadtsteinacher Stadtrat gibt es die Fraktionen, die auch im Landtag vertreten sind. Es gibt aber keine Bürgerliste. Aber genau das halte ich für sehr wichtig", erläutert der Stadtsteinacher und verweist darauf, dass es "Bunte Listen" beispielsweise in Lindau am Bodensee oder in Schnaittach bei Nürnberg gibt.

Dieser Ansicht ist auch Heinrich Witzgall, den Wolfgang Martin als "eine der Leitfiguren" der neuen Bewegung bezeichnet.
Mit ihm und weiteren Unterstützern sei die "Bunte Liste Stadtsteinach" inzwischen auch formell gegründet.


Lieber Schulden abbauen

Was die konkrete Stadtratsarbeit angeht, so verweist Martin darauf, dass in den zurückliegenden Jahren "mehrere Großprojekte mit einem erheblichen Finanzbedarf" durchgeführt wurden. "Und wir haben zwei Millionen Euro Schulden aufgenommen."

Dass beispielsweise für den Neubau der Schulturnhalle Geld zurückgelegt wird statt sofort Schulden abzubauen, heißt Martin nicht gut. Die Schule könnte doch die Steinachtalhalle nutzen, meint er und spricht von einem jährlichen Defizit von rund 40 000 Euro. Auch die Argumentation, eine neue Schulturnhalle sei eine Art Bestandssicherung für die Schule an sich, kann er nicht teilen. "Zur Erhaltung einer Schule brauche ich Kinder."
Martin spricht deshalb dafür aus, keine Großprojekte mehr aufzugreifen und die Verschuldung der Stadt nicht weiter nach oben zu treiben.

"Was wir brauchen, sind kleine Maßnahmen, die Stadtsteinach lebens- und liebenswert machen", sagt der Stadtsteinacher. Als Beispiele nennt er Ortsverschönerungsmaßnahmen, Projekte, die Stadtsteinach radfahrer- und fußgängerfreundlicher machen, und Begrünungsmaßnahmen wie beispielsweise Baumpflanzungen auf dem Friedhof.

Das sehen laut Wolfgang Martin andere Bürger der Stadt genau so, weshalb sich die "Bunte Liste" auch in den zurückliegenden Wochen und Monaten formiert habe.


Kein Bürgermeisterkandidat

Ob die "Bunte Liste Stadtsteinach" denn auch einen eigenen Kandidaten für das Bürgermeisteramt ins Rennen schicken wird? "Von uns will keiner Bürgermeister werden", erklärt Wolfgang Martin ohne Umschweife.

Zur Nominierung der neuen parteiunabhängigen Wählerliste von Bürgern für Bürger laden Wolfgang Martin und Heinrich Witzgall für Montag, 13. Januar, um 19 Uhr in den Gasthof "Weißes Rößl" ein. Alle Interessenten mit Wahlrecht in Stadtsteinach sind dazu willkommen. Eine vorgefertigte Liste wird es nicht geben, alle interessierten Stadtsteinacher seien eingeladen und aufgerufen, sich zu engagieren. Die "Bunte Liste Stadtsteinach" muss dann auch noch die erforderlichen 80 Unterstützer-Unterschriften für die Zulassung zur Wahl beibringen.