Zunächst soll die Geschichte der Gemeinde Neuenmarkt dargestellt werden. Dabei wird deutlich gemacht, dass das vorher unbedeutende Bauerndorf mit dem Bau der König-Ludwig-Bahn von Lindau nach Hof über die "Schiefe Ebene" im Jahr 1848 zu großer Bedeutung gelangte. Mit dem Bau der Bahnanlagen erfolgte ein noch nie dagewesener Zustrom an auswärtigen Arbeitskräften.
Der Ort, der damals 57 Häuser und 335 Einwohner zählte, überflügelte in kürzester Zeit die Einwohnerzahlen seiner Nachbargemeinden. Die Entwicklung des Ortes verlief rasant: Neuenmarkt erhielt einen Bahnhof, eine Polizeistation und eine eigene Poststelle. Handel und Handwerk entfalteten sich, und das 1900 eröffnete "Bahnhofshotel" war rund um die Uhr ausgelastet.
1913 kam Strom in den Ort, und die beiden großen Konfessionen bemühten sich um den Bau von Kirchen. Im Jahr 1925 wurde die katholische Kirche, ein Jahr später die evangelische "Christuskirche", die einzige Eisenbahnerkirche Deutschlands, eingeweiht.
Die Architekten der Reichsbahndirektion Nürnberg erstellten die Pläne als Geschenk an die Gemeinde, in der bis zu 500 Menschen als Lokführer, Rangierer, Schaffner oder Gleisarbeiter bei der damaligen Reichsbahn arbeiteten. Und in der Folge des Krieges kamen auch viele Evakuierte aus den Großstädten, Kriegsflüchtlinge und Vertriebene nach Neuenmarkt. Keine Frage: Das Wirtschaftswunder war bald auch in Neuenmarkt spürbar.
Bei dem Rundgang durch das Eisenbahnerdorf soll auch dargestellt werden, wie sich mit der Industrialisierung sowohl die Arbeitsweise als auch das Leben der Menschen veränderte.

Zukunft und Vergangenheit


Ziel des Museumskonzeptes ist es, so DDM-Geschäftsführer Rüdiger Köhler, einen Dialog zwischen heute und der Vergangenheit herzustellen: "Durch die Informationselemente entlang des Rundgangs sollen die Besucher wahrnehmen, was in der Vergangenheit an diesem Ort passiert ist und wie die Menschen damals gelebt und gearbeitet haben."
Den Besuchern soll die einstige Bedeutung der Dampflokomotive für die Entwicklung von Neuenmarkt näher gebracht werden. Der Weg führt an allen historischen Gebäuden aus der Blütezeit der Dampflokomotive vorbei und erzählt auf Schildern die Geschichte dieser Epoche anhand von Neuenmarkt und seiner Bewohner.
Zwei unterschiedliche Schilder-Typen sind vorgesehen: Zum einen sind das im Dorf rechteckige Aufsteller, die einen Bezug zwischen heutigen Aufnahmen historisch wichtiger Gebäude wie den Bahnhof, die ehemaligen Güterhalle oder die Eisenbahnersiedlung "Hohgoggern" und alten Aufnahmen der Bewohner herstellen sollen.
Zum anderen gibt es auf dem Museumsgelände und im Freigelände des Kohlenhofes lebensgroße Aufsteller von Bahnarbeitern, die typische Berufsbilder wie Heizer, Schlosser oder Bahnmeister bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten zeigen.
Ausgangspunkt des Rundgangs durch das Eisenbahnerdorf ist natürlich das Deutsche Dampflokomotiv-Museum mit seinem historischen Lokschuppen. Der Weg führt weiter zur Katholischen und Evangelischen Kirche, dem früheren Schulhaus, dem Umladegleis, der Eisenbahnersiedlung, dem Brückenbauwerk mit der anschließenden Apotheke und dem Bahnhofshotel sowie der Güterhalle und dem Bahnhof.
Die einzelnen Stationen besprachen die beauftragten Ateliers Brückner aus Stuttgart sowie der Werbeagentur Bergwerk aus Kupferberg in Neuenmarkt. Die Standorte werden, wie DDM-Geschäftsführer Rüdiger Köhler verlauten ließ, im Einvernehmen mit der Gemeinde Neuenmarkt und den betroffenen Eigentümern abgestimmt.