Erika Ohnemüller aus der Wolfskehle war die gute Seele in der Kfz-Zulassungsstelle - und das 23 Jahre lang. Jetzt geht sie in den Ruhestand, doch vergessen wird sie ihre "Landratsamtsfamilie" nicht.
Für Erika Ohnemüller beginnt nun mit 61 Jahren die ruhigere Zeit ihres Lebens. Sie möchte das Leben gemeinsam mit ihrem Mann genießen, denn der ist auch schon Rentner. Sie möchte reisen Und dann gibt es ja noch die fünf Enkelkinder. "Die sind zwischen zwei und 13 Jahre, die halten mich auf Trab".

Und doch ist der Abschied vom Landratsamt auch mit Wehmut erfüllt. "Ich bin einfach gerne hierher gekommen, jeden Tag. Wir waren in der Abteilung wie eine Familie.
Bestimmt werde ich euch noch öfters besuchen", verspricht Erika Ohnemüller ihren Kollegen.

Alles per Schreibmaschine

Tatsächlich hatte ihr Sachgebietsleiter, Manfred Amschler, der rührigen Kollegin zum Abschied sogar ein Gedicht geschrieben. "Papierkrieg, Körbe voller Akten, Bescheinigungen, harte Fakten, all das liegt nun hinter dir - das faule Leben gönnen wir dir", reimte Amschle.

Nach der Volksschule machte Erika Ohnemüller eine Lehre als Rechtsanwaltsgehilfin, war dann bei verschiedenen Firmen als kaufmännische Angestellte tätig.1989 kam sie zum Landkreis.
Klaus Peter Söllner erinnerte an die Anfangszeiten. "Erika Ohnemüller war zunächst als Schreibkraft in der Zulassungsstelle tätig. Alle Fahrzeugpapiere mussten noch mit der Schreibmaschine geschrieben werden, und Fehler waren nicht leicht zu korrigieren", erinnert Söllner. Doch auch die Umstellung auf EDV war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden: 50 000 Fahrzeugakten mussten eingegeben werden.

"Die graue Eminenz"

Bei der kleinen Feier zeichnete der Landrat weitere verdiente Mitarbeiter aus. Peter Rösch, Rechnungsprüfungsbeamter der staatlichen Rechnungsprüfungsstelle, feiert sein vierzigjähriges Dienstjubiläum. Rösch, dessen großes Hobby das Fischen ist, sei ein geduldiger und immer kompetenter Ansprechpartner, lobte Söllner. Als "graue Eminenz" des kommunalen Haushaltsrechts habe er sich nicht nur im Amt, sondern auch in den Verwaltungsgemeinschaften und in den Gemeinden einen Namen gemacht.

25-jähriges Dienstjubiläum feierte Sabine Rotter vom Gesundheitsamt. Sie war zunächst in Bayreuth und Wunsiedel tätig und kam 1991 nach Kulmbach. In ihren Bereich fallen die Beratung von psychisch Kranken, Suchtkranken oder Menschen mit Behinderungen sowie die Schwangerenberatung.