Der Rücktritt von den vereinsbezogenen Ehrenämtern betreffe nicht ihr Gemeinderatsmandat.

"Es war und ist nicht unsere Intention, öffentlich Schlagabtausch zu betreiben oder diesen zu forcieren und damit nahezu sechs Jahrzehnte lang gutes Wirken unabhängiger Wähler im Vereinsleben Untersteinachs in Misskredit zu bringen", heißt es in der Stellungnahme. Fakt sei, dass mit dem WGU-Austritt ihr Status als WGU-Fraktionsmitglieder nichtig geworden sei. "Dieser Austritt aus dem Verein fiel jedem von uns schwer!"

Alles habe im August 2015 begonnen, als der damalige Fraktionssprecher mit seiner "eigenwilligen Medien-Aktion" über die "Schwimmbad-Affäre" an Presse, Funk und Fernsehen gegangen sei. Der Wunsch des Fraktionssprechers, damit vor Bekanntgabe der Untersuchungsergebnisse des Landratsamtes an die Öffentlichkeit zu gehen, habe im Vorfeld bei mehreren internen Besprechungen bei allen anderen Fraktionsmitgliedern keinen Anklang gefunden. "Man bat ihn mehrmals ausdrücklich davon Abstand zu nehmen", so Goletz, Rosenberger und Vießmann.


Immer wieder aufgerührt

Die Folgen dieses Alleinganges dauerten mittlerweile weit mehr als ein halbes Jahr an, "wieder und wieder aufgerührt durch Presseartikel, nie im Sinne der Fraktion und einen negativen Fokus auf Untersteinach werfend".
Drohungen und Schmähungen von WGU-Vereinsmitgliedern gegenüber verdienten Gemeinderäten "fanden und finden unser Verständnis nicht", heißt es in der Stellungnahme weiter und: "Häme und Beleidigungen aus dem nahen Umfeld des ehemaligen Bürgermeisterkandidaten, den wir - das geben wir zu - einst mit großen Hoffnungen und nach besten Kräften unterstützt haben, gaben letztendlich für jeden von uns den Ausschlag zum Vereinsaustritt."

Als Fraktion parteifreier Gemeinderäte werde man auch zukünftig in Respekt vor der Historie parteifreier Wähler in Untersteinach handeln und das Bürgermandat erfüllen, so die drei Gemeinderäte. Für sie zähle der eine nicht mehr als der andere, "sondern wir setzen auf gemeinschaftliches Handeln, auf demokratisches Verständnis und auf das Vertrauen der Bürger." Denn diese hätten sie schließlich als verlässliche und verschwiegene Partner gewählt.

"Als Mitglieder im Kreisverband Kulmbach stehen wir den Freien Wählern nahe. Im Gemeinderat werden wir drei gemeinsam als Untersteinacher Bürgergemeinschaft UBG auftreten, Fraktionssprecher ist Alfred Vießmann", schließen Goletz, Rosenberger und Vießmann.

Die Vorwürfe sieht der damalige Fraktionssprecher Markus Weigel auf Nachfrage unseres Portals als "aus der Luft gegriffen" an: "Wenn sie der Meinung sind, es habe Schmähungen und Häme gegeben, dann sollen sie Namen sagen." Außerdem seien Häme und Schmähungen sehr subjektive Empfindungen.


Nur Fragen der Bürger gestellt

Weigel betont, er habe nur Fragen gestellt, die aus der Bürgerschaft an ihn herangetragen wurden. Und die seien dann wochenlang unbeantwortet geblieben. "Es hat immer geheißen: warten, warten, warten. Doch dafür haben uns die Bürger nicht gewählt."

Deshalb sei er an die Öffentlichkeit gegangen. "Und dass das Thema von Interesse ist, sieht man daran, wie die Medien reagiert haben." Sogar überregional sei über die Pool-Affäre berichtet worden.

Dass sich die ganze Geschichte dann derart hochgeschaukelt habe, sei nicht seine Absicht gewesen. "Ich war immer bereit, ein Gespräch mit Philipp Simon Goletz zu führen und dabei einen Mediator hinzuzuziehen. Das ist von Herrn Goletz abgelehnt worden."

Er, Weigel, habe einen klaren Auftrag aus der Bürgerschaft erhalten und einen Eid abgelegt, zum Wohle der Bürger zu arbeiten. "Daran halte ich mich." Wenn das von seinen Ex-Kollegen für einen Fehler gehalten werde, dann habe er dafür kein Verständnis. Ebenso wenig für den Umstand, dass sie zwar auch Aufklärung gefordert, sich dann aber echauffiert hätten, weil er sich an die Öffentlichkeit gewandt habe.

Weiter stellt Weigel fest, dass man nur einmal mit ihm über die Sache geredet habe und nicht mehrmals, wie in der Erklärung behauptet werde.


"Sie sollen ihren Weg gehen"

Der Untersteinacher will die Angelegenheit nun abschließen. "Die drei sollen im Gemeinderat ihren Weg gehen. Ich wünsche mir, dass wir trotzdem in dem Gremium gut zusammenarbeiten werden."