"Awengla war ich schon aufgeregt", gibt Sandra Helbig offen zu, die seit vier Jahren Trompete lernt und das Caspar-Vischer-Gymnasium in Kulmbach besucht. "Der Abend hat mir aber sehr viel Spaß gemacht", sagte sie.

Andrea Becker, die am gleichen Instrument ausgebildet wird, hatte ebenfalls das Lampenfieber gepackt: "Wie es geheißen hat, wir sollen mit auftreten, hatte ich schon ein bisschen Bammel. Man hat einfach beim ersten Mal Angst, dass man irgendwas falsch macht. Wir bekommen aber sehr viel Unterstützung von den etablierten Musikern. Und man ist stolz, wenn man es geschafft hat."

Der Kupferberger Kilian Stapf hat sich seit drei Jahren dem Schlagzeug verschrieben. Beim Böhmischen Abend durfte er dem etatmäßigen Drummer Armin Helbig vorerst nur über die Schulter schauen, war aber in der Schorgasttaler Blasmusik mit einem Percussion-Instrument integriert. "Ich übe zu Hause fast jeden Tag, die Musik gibt mir Freude. Mein Schlagzeuglehrer ist Günther Peppel im MGF", erzählt der Elfjährige, der durch seinen Freund zum Musikverein Ludwigschorgast gekommen ist. Besonders gut findet er den Dirigenten: "Er kann es mit uns Jugendlichen."

Den Stab hat Rainer Streit in der Hand, der nicht nur die Musik verinnerlicht hat und lebt, sondern gerade die jungen Musiker ständig fördert und ihnen dabei auch Freude an der Musik vermittelt.
Als seine Schorgasttaler dann Böhmische Blasmusik vom Feinsten erklingen ließen, geriet nicht nur Ehrenvorsitzender Georg Wamser ob der heimatlichen Klänge aus dem Egerland ins Schwärmen.

Dabei war die Generalprobe am Vorabend alles andere als gelungen. Vorsitzender Marco Heuschmann: "Sie ging regelrecht in die Hose, wir mussten sogar ein Stück ganz herausnehmen."

Voller Stolz zeigten die Schorgasttaler zum Schluss dann noch die Trophäe, die sie beim Jubiäumswettbewerb des Nordbayerischen Musikbundes in Bamberg errungenhaben. "Das war ein großer Erfolg. Platz 2 in der Stufe C, also in der Oberstufe. Wir waren der einzige Kreisverein, der sich an dem Wettbewerb beteiligt hat", freute sich Vorsitzender Marco Heuschmann. Und Dirigent Rainer Streit ergänzte: "Wir haben als Zweiter 87 Punkte erreicht. Es hätten vielleicht ein paar mehr sein können, aber unter den Umständen - ich konnte nicht dirigieren, sondern musste mitspielen, weil wir auf dem Hornsektor ein Defizit hatten - waren wir mit dem Resultat doch sehr zufrieden. Ich bin sehr stolz, unsere Arbeit hat sich damit auch gelohnt. Es macht unglaublich viel Spaß mit unseren Musikern."