Aus dem früheren Kuhstall ist eine moderne Produktionsstätte geworden: Der Maschinenbau- und Metalltechnikbetrieb Pistor, dessen Inhaber Ralf Pistor im Jahr 2005 seine neuen Räumlichkeiten in Betrieb nehmen konnte, steht jetzt schon vor einer Erweiterung. Ein 38 Meter langer und acht Meter breiter Produktionsraum mit Lager- und Nebengebäude soll angebaut werden, außerdem will der der Unternehmer eine Solartankstelle einrichten. Nachdem der Gemeinderat seinen Vorhaben zugestimmt hat, sprach die BR mit dem Betriebsinhaber.

BR: Herr Pistor, wo wird die Betriebserweiterung vorgenommen?
Ralf Pistor: An der Längsseite in Richtung unseres Wohnhauses. Dabei wird der Hang abgetragen und der neue Baukörper praktisch in die Böschung hineingebaut. Vom Wohnhaus ist dann nur das Dach sichtbar, das allerdings als Gründach gestaltet wird. Der Gedanke war eigentlich der, dass ich dann eine Wiese bis hinüber zur Halle habe. Und die sieht dann bis auf eine Seite kein Mensch mehr. Was da als Dachbegrünung drauf kommt, muss ich aber erst sehen.

Was werden Sie mit der Erweiterung Ihres Betriebes erreichen?
Ich brauche mehr Lagerraum und möchte meinen Produktionsbereich umstellen. Konkret bedeutet das, dass ich mit den manuellen Maschinen in den neuen Bereich umziehe und im alten mehr mit der CNC-Technik arbeite. Damit haben wir im Betriebsablauf mehr Luft. Mittlerweile sind wir auf acht Beschäftigte angewachsen, was mir reicht. Ich will nicht noch mehr wachsen, aber meine Kunden haben auch einen gewissen Anspruch.

Wann haben Sie den Entschluss gefasst, sich auf eigene Beine zu stellen?
Im Jahr 1998. Ich begann zunächst in einem Stall in Hegnabrunn mit einem Raum von rund 50 Quadratmetern. Ich hatte zunächst ein Viertel des Gebäudes, dann die Hälfte - bis ich schließlich den gesamten Stall benötigte. Dann haben wir aber nach vier, fünf Jahren gesehen, dass alles zu klein ist. 2002 habe ich bereits das jetzige Areal gekauft, 2005 sind wir in das neue Gebäude eingezogen.

Es war schwierig, Ihre Vorstellungen vom Betriebsgebäude in einem ehemaligen Viehstall zu verwirklichen. Haben Sie die Entscheidung bisher bereut?
Nein, wirklich nicht, auch wenn es nicht einfach war. So mussten wir die Maßnahme auch mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt abklären, bis wir die Umnutzung zustande gebracht haben.

Welche Vorstellungen haben Sie bei ihrem Plan, eine Solartankstelle zu schaffen?
Wenn mein Betriebsfahrzeug ausläuft, will ich mir ein Elektrofahrzeug kaufen und damit die Lieferungen, die im Landkreis Kulmbach anfallen, erledigen. Ich will dann natürlich den Strom für das Elektrofahrzeug selbst erzeugen. Wie sich das Ganze entwickelt, weiß ich aber noch nicht. Ob ich den Strom mit Solarmodulen erzeuge oder mit Windkraft - das arbeitet noch in mir. Dazu habe ich aber noch ein bis zwei Jahre Zeit.

Das Gespräch führte unser Mitarbeiter Werner Reißaus.