Für die Pflege ihres Mannes stellt Monika Gebhardt seit vielen Jahren eigene Interessen zurück. Doch sie weiß, wofür sie das tut, denn durch ihren hohen persönlichen Einsatz ermöglicht sie ihm, im heimischen Umfeld auch weiterhin am gewohnten Leben teilzuhaben. So ist die Betreuung zu einem festen Bestandteil ihres eigenen Lebens geworden. Freiräume für sich selbst ergeben sich nahezu nicht mehr, da ihr Ehemann ihre volle Aufmerksamkeit benötigt.

Doch Monika Gebhardt war damals - nach dem Klinikaufenthalt ihres Mannes in der Hohen Warte und der Diagnose, dass er auf Dauer Pflege braucht - schnell klar, dass es ihre Aufgabe ist, sich um ihn zu kümmern: "Geholfen haben mir bei der Entscheidung die Ärzte in der Hohen Warte. Ich habe dann meine Arbeit bei der Firma Töpfer aufgehört, mich zunächst aber nur beurlauben lassen, weil ich doch noch ein wenig Hoffnung hatte.
Aber nach einem Vierteljahr wusste ich, dass keine Besserung mehr eintritt."

Die Erkrankung ihres Mannes war ein einschneidender Schicksalsschlag, und für Monika Gebhardt brach damit ein Stück "heile Welt" zusammen. Doch sie erfuhr auch viel Unterstützung. "Ich habe Bekannte und Freunde, die mir in den schweren Stunden geholfen haben und die jetzt auch noch zu mir kommen." Eine große Hilfe in der täglichen Betreuung ihres Mannes sind für Monika Gebhardt ihre Tochter Bianca und deren Ehemann Norman sowie hin und wieder auch der Nachbar Karl Pöhlmann. Sie kann sich damit zumindest ab und zu eine Auszeit nehmen, freut sich über Einladungen zu Geburtstagen im Verwandten- und Bekanntenkreis.

Die Belastung für sie ist riesengroß, aber Monika Gebhardt lässt sich nicht unterkriegen, und neuerdings fährt sie mit Bekannten einmal im Jahr in Urlaub, um rauszukommen und wieder Kraft für ihre aufopfernde Pflegearbeit zu tanken.

Landrat Klaus Peter Söllner zeigte sich bei der Übergabe der Pflegemedaille im Rahmen einer Feierstunde im Landratsamt tief beeindruckt von Monika Gebhardts Leistung. "Durch Ihr Verhalten zeigen Sie eindrucksvoll, dass in unserem Land Nächstenliebe, familiäre Verantwortung und Fürsorge weiterhin einen hohen Stellenwert haben", sagte er. Bei der Feier im Landratsamt wurden außerdem Manfred Schmidt-Hofmann aus Rugendorf, Liane Wagner aus Untersteinach, Günther Brückner aus Kulmbach und die AFW Creativ-Stickerei GmbH aus Marktleugast ausgezeichnet.


Auch sie wurden ausgezeichnet

Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Manfred Schmidt-Hofmann:
Im Jahre 1974 verwirklichte sich Manfred Schmidt-Hofmann aus Rugendorf einen lange gehegten Traum und legte mit einem Milchtankfahrzeug den Grundstein für seine heute international tätige Spedition, die 55 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz bietet. Darüber hinaus engagierte sich Schmidt-Hofmann drei Jahrzehnte in der Kommunalpolitik, wirkte ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen und machte sich in zahlreichen Vereinen als Förderer verdient.
Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für Liane Wagner:
Einsatz für soziale Gerechtigkeit, für Ältere, Pflegebedürftige und Behinderte - das ist der Wirkungskreis von Liane Wagner aus Untersteinach. Seit 1968, also seit 43 Jahren, ist sie in der Gemeinde Untersteinach und darüber hinaus in den verschiedensten Funktionen ehrenamtlich tätig. In besonderer Weise engagiert sie sich in der Arbeiterwohlfahrt im Ortsverein Untersteinach. Gemeinsam mit ihrem Vater Alfons Kremer organisierte sie zum Beispiel die Einführung von Essen auf Rädern in Untersteinach.
Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für Günther Brückner:
Günther Brückner hat sich der Musik verschrieben. Bereits seit seiner Jugend engagierte er sich unentgeltlich im musikalischen Bereich. Im Jahre 1965 trat Günther Brückner dem Musikverein Kulmbach-Weiher bei und übernahm bald Führungsverantwortung. Eines seiner Verdienste war die Organisation des Kreismusikfestes zum 75-jährigen Bestehens des Musikvereines. Auch im gesellschaftlichen Bereich und als musikalischer Botschafter der Stadt Kulmbach wurden von ihm wichtige Akzente gesetzt.
Staatsmedaille für die AFW Creativ-Stickerei GmbH: Im Krisenjahr 2009 übernahm Birgit Rodler mit ihrer Schwester Sonja Oelschlegel und ihrer Freundin Doris Rau die Insolvenzmasse der Fahnenfabrik Meinel und gründet die AFW Creativ-Stickerei. Die Insolvenz des Traditionsunternehmens Meinel traf nicht nur 46 Beschäftigte hart, sondern war auch ein schwerer Schlag für die Wirtschaft im ohnehin strukturschwachen nordost-oberfränkischen Raum. Birgit Rodler war nicht bereit, vor den übergroßen Problemen zu kapitulieren und schrieb mit der neuen AFW Creativ-Stickerei inzwischen Erfolgsgeschichte.