"Lauf doch nicht immer weg!" ist der Titel der spritzigen Boulevardkomödie, mit der die Berndorfer Kirchenmäuse in diesem Jahr aufwarten. Zum 24. Mal stehen die Laienschauspieler bereits auf der Bühne, 2019 wird das Jubiläumsstück aufgeführt.

Aus der Not heraus

Aus einer Not heraus hatte sich die Theatergruppe vor einem Vierteljahrhundert gegründet, denn es wurde Geld für die Renovierung des Gemeindehauses benötigt. "Seitdem haben sicher 40 bis 50 Akteure auf der Bühne mitgewirkt, aktuell umfasst das Ensemble 5 bis 20 Schauspielerinnen und Schauspieler", sagte Dietmar Hofmann, Mitglied des Kernteams. Und die sind mit Freude dabei, das spürte der Zuschauer sofort.

Ein Neuer ist dabei

Bei der Premiere am Freitagabend im Thurnauer Schützenhaus hatten sie das Publikum sofort für sich eingefangen. Der lustige Dreiakter kam gut bei den Zuschauern an. Viele Mitglieder des Ensembles sind den Kirchenmäusen seit Jahren treu, einer ist ganz neu dabei. Alexander Herold (Pfarrer Humphrey) stand zum ersten Mal auf einer Bühne. Zu den Kirchenmäusen kam er mehr oder weniger wie die Jungfrau zum Kinde. "Ich hatte eine ehemalige Kollegin zum Geburtstag eingeladen, deren Mann schon länger bei den Kirchenmäusen dabei ist", erzählte er. Man sei ins Gespräch gekommen, und schon kurze Zeit später hätte er eine E-Mail von Dietmar Hofmann im Postfach. "Die Proben waren zwar stressig, haben aber super viel Spaß gemacht", sagte Herold.

Und so geht es wohl vielen der Akteure, denn "wenn man einmal infiziert ist, bleibt man dabei", sprach Dietmar Hofmann aus Erfahrung. Er spielt in dem Stück des britischen Autors Philip King, das in einem englischen Dorf im Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist, den etwas verklemmten Pfarrer Lionel Toop, der mit der ehemaligen Schauspielerin Penelope (Katja de Ridder) verheiratet ist.

Irrungen und Wirrungen

Der braven Kirchvorstandsdame Miss Skillon (Ingrid Erhardt) ist das gar nicht recht. Sie versucht dazwischen zu funken, wo es nur geht. Als dann auch noch Clive (Martin Geiger), ein Exkollege Penelopes, plötzlich auftaucht und sich ein entflohener Soldat (Björn Müller) in das Pfarrhaus einschleicht, nehmen die Irrungen und Wirrungen ihren Lauf und strapazieren die Lachmuskeln der Zuschauer.

Für den guten Zweck

"Wir haben dieses urkomische Stück vor zehn Jahren auf einer anderen Bühne gesehen", sagte Dietmar Hofmann. Das Ensemble schaut sich gerne andere Inszenierungen an, um sich inspirieren zu lassen. Die Feinarbeit übernimmt Theaterpädagogin Christa Bialas-Müller als Regisseurin. Auch sie ist mit Begeisterung dabei. "Toll finde ich vor allem auch, dass die Erlöse aus den Aufführungen für soziale Zwecke eingesetzt werden."

Die Kirchenmäuse unterstützen seit Jahren je ein Patenkind in Kenia und Vietnam, und alles Geld, was darüber hinaus eingespielt wird, wird in gemeinnützige Projekte investiert. "In den 24 Jahren konnten wir um die 140 000 Euro weitergeben", so Dietmar Hofmann. Auch an die Senioren haben die Kirchenmäuse gedacht. Sie veranstalten alljährlich eine kostenfreie Aufführung mit Kaffee und Kuchen.

Mit viel Herz

Es ist eine engagierte Theatertruppe mit viel Herz, die bei der Premiere vom Publikum mit herzlichem Applaus belohnt wurde.Wer die Komödie sehen will, hat zu folgenden Terminen Gelegenheit: 16., 17., 18., 23., 24. und 25. November. Freitags und samstags ist jeweils um 19.30 Uhr Beginn, sonntags um 17 Uhr. Für alle Vorstellungen gibt es noch Karten, im Vorverkauf unter 09228/1884 oder familie@hofmann-thurnau.de. Karten sind auch bei der Sparkasse Thurnau, bei der Raiffeisenbank Thurnauer Land und im Urwelt-Museum Bayreuth erhältlich. Weitere Infos unter www.berndorfer-kirchenmause.de.