Es dauerte in der Nacht zu gestern nur wenige Stunden: Dann hatte der Winter die Region Kulmbach fest im Griff. Fast überall im Verbreitungsgebiet der Bayerischen Rundschau gab es eine geschlossene Schneedecke. Das blieb nicht ohne Folgen für den Straßenverkehr.

So registrierte etwa die Polizeiinspektion Kulmbach bis zum Mittag zehn Unfälle und erhebliche Verkehrsbehinderungen durch hängengebliebene Lastwagen im Stadtgebiet von Kulmbach und im Bereich Mainleus. Glücklicherweise sei es überall bei Blechschäden geblieben, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Auf der schneebedeckten Fahrbahn rutschten insgesamt fünf Fahrzeuge aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit in den Graben beziehungsweise gegen und auf die Schutzplanke. Außerdem kam es zu einem Auffahrunfall und geparkte Fahrzeuge wurden angefahren. Der Sachschaden beläuft sich laut Polizei insgesamt auf über 30 000 Euro.

Ein an der Steigung bei Forstlahm hängender Lkw blockierte die Bundesstraße 85 aus Richtung Bayreuth. In diesem Bereich kam es am Morgen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und Rückstauungen.

Die Polizei Kulmbach weist in diesem Zuge auf die Winterreifenpflicht hin: "Winterreifen sind bei winterlichen Straßenverhältnissen, also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte, an allen Rädern vorgeschrieben. Eine Festlegung auf bestimmte Monate erfolgt jedoch nicht."

Für die Mitarbeiter des Kulmbacher Bauhofs begann der Arbeitstag gestern früh. Mit insgesamt 13 Fahrzeugen müssen rund 235 Kilometer Strecke betreut werden. Neuralgische Punkte im Stadtgebiet sind insbesondere der Krankenhausberg, der Weiherer Berg, der Rehberg, die Schul-und Kindergartenwege und die Buslinien. Die 16 Mann des Winterdienstes werden durch 40 Mitarbeiter des Handstreudienstes ergänzt, die Gehsteige, Bushaltestellen, Treppenanlagen, Fußgängerübergänge und öffentliche Flächen zu räumen und zu streuen. Auch die Hausmeister der städtischen Schulen und das Friedhofspersonal sind mit im Alarmierungsplan des Handstreudienstes eingebunden.

Der Einsatz in der Nacht zum Dienstag habe problemlos geklappt, heißt es aus dem Rathaus. "Es wurden planmäßig alle Flächen geräumt."

Vergleichsweise ruhig blieb es gestern im Oberland. Zwar sorgte auch dort der Wintereinbruch für Behinderungen auf den Straßen, besonders auf den Strecken des Stadtsteinacher Oberlandes. Obwohl Räumfahrzeuge pausenlos im Einsatz waren, bildeten sich Glätte und Schneematsch auf den Fahrbahnen. Zu schweren Verkehrsunfällen kam es nicht, weil die Verkehrsteilnehmer sich offensichtlich auf die Situation einstellten.

Lediglich auf der Ortsdurchfahrt Untersteinach kam es gegen 7 Uhr zu einem witterungsbedingten Verkehrsunfall, aufgrund dessen sich ein Stau in Richtung Wirsberg und Stadtsteinach bildete.

Gut vorbereitet

Auch die Kreis-Straßenmeisterei, die für den Winterdienst auf den Kreisstraßen zuständig ist, meldet: "Keine besonderen Vorkommnisse." Ab 3 Uhr waren 25 Mann im Schichtdienst im Einsatz, um 194 Kilometer Kreis- und 50 Kilometer Gemeindestraßen zu räumen. Vier kreiseigene und drei Fahrzeuge privater Firmen sind dafür nötig.

In der Straßenmeisterei in Leuchau hat man sich schon im Sommer auf den Wintereinbruch vorbereitet: Im Depot lagern rund 650 Tonnen Auftausalz. Für die Beladung der Streufahrzeuge stehen drei Silos mit einem Vorrat von zusätzlich rund 250 Tonnen zur Verfügung.

Lkw bleibt hängen

Zu Verzögerungen im Berufsverkehr kam es gestern morgen auf der Bundesstraße 289 in Mainroth. Dort befindet sich derzeit eine Baustelle. Der Verkehr wird mit einer Ampel geregelt. An der Ampel musste der Fahrer eines Lkw anhalten. Auf der glatten Fahrbahn war es ihm dann nicht mehr möglich, wieder anzufahren. Erst der Winterdienst, der die Straße von Schnee und Eis befreite, konnte das Problem lösen. Danach rollte der Verkehr wieder reibungslos. Nach Angaben der Polizei in Lichtenfels soll die Ampelregelung jetzt den winterlichen Straßenverhältnissen entsprechend verändert werden.