Nur Thomas Steinlein, Udo Gebhardt und Karl-Heinz Krüger (alle Freie Wähler) votierten dagegen: Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, baldmöglichst alle notwendigen Gespräche in Bezug auf Fördermöglichkeiten zu führen, die Planungsschritte zur Errichtung eines Deutschen Hochzeitsmuseums einzuleiten und die entsprechenden Anträge zu stellen. Das Museum soll in den denkmalgeschützten Anwesen Marktplatz 10 und 12 entstehen. Zudem ist beabsichtigt, im rückwärtigen Garten einen Kultursaal zu bauen. Die erste Kostenschätzung des Architekturbüros Drenske, Kulmbach. liegt für beide Projekte bei rund 4,2 Millionen Euro.

Grundlage für die Entscheidung war der Antrag von Gewerbetreibenden und Bürgern auf "Wiederaufnahme der Beratung und Beschlussfassung zum Thema Hochzeitsmuseum". Der Gemeinderat strebt nun eine 90-prozentige Förderung des Projekts sowie die Gründung eines
Fördervereins an.

"Der Marktgemeinderat stellt seit vielen Jahren intensive Überlegungen an, mit welcher überregional ausstrahlenden Attraktion er den Wirtschaftszweig Tourismus stärken kann", sagte Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD). Seit 2010 arbeiteten eine Lenkungsgruppe und der Gemeinderat mit Beteiligung der Bürger an einer städtebaulichen Konzeption, die auch eine Museumsperspektive beinhalte. Dazu gehöre außerdem die Errichtung eines barrierefreien Zugangs zur St.-Johannis-Kirche und die Schaffung öffentlicher WC nahe dem Kirchenvorplatz. Anselstetter bat die Räte, diesen ersten Schritt zur Beantragung von Fördermitteln gemeinsam zu gehen.

"Moralische Verpflichtung"

Thomas Steinlein (FW) bewertete es zunächst als positiv, dass sich die Wirsberger Gastronomen und Geschäftsleute, über deren Antrag zu entscheiden sei, an den Kosten beteiligen wollen. Auch sah er es als erfreulich an, dass im Zusammenhang mit dem Museum ein Kultursaal gebaut werden soll, den Wirsberg dringend brauche. Allerdings hielt es Steinlein für erforderlich, die Bürger mit ins Boot zu nehmen.

"Das Hochzeitsmuseum wird nur ein Erfolg, wenn alle, Gemeinderat und Bevölkerung, dahinter stehen. Ich sehe auch die Gefahr, dass sich Wirsberg wieder in zwei Lager spaltet und wir wieder nicht vorankommen", ließ Steinlein nicht außen vor. Deshalb sollte vor einer so wichtigen Entscheidung der Bürger gefragt werden, was im Rahmen der Landtags- und Bundestagswahlen durchgeführt werden könnte. "Wegen dieser Gründe und auch meiner moralischen Verpflichtung gegenüber dem Bürgerwillen werde ich ohne Befragung der Bürger heute nicht zustimmen", betonte er.

Sein Fraktionskollege Karl-Heinz Krüger (FW) stellte: "Kein Bürger konnte mir bisher Alternativen sagen. Das Museumsprojekt ist das Einzige, und Wirsberg braucht etwas." Krüger warf aber die Frage auf, wer die Betriebs- und Unterhaltskosten, über die noch gar nicht gesprochen worden sei, deckele.
Sabine Leuschner (FW) wollte wissen, ob die Förderung des Vorhabens Hochzeitsmuseum absolut gesichert ist.

Höchstmögliche Förderung

Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) unterstrich, dass alle bayerischen Stellen und Ämter hinter der Errichtung des Museums stünden und stets die höchstmögliche Förderung zugesichert hätten.
Roland Burghofer (CSU) sah gerade den geplanten Kultursaal als sehr wichtig an. Er bat darum, baldigst den Förderverein aus der Taufe zu heben. Auf jeden Fall gelte es, die Bürger mitentscheiden zu lassen.

"Wir verursachen keinen Schaden für Wirsberg, wenn wir anfragen, was an Fördergeldern fließt. Erst dann sehen wir, ob wir das große Vorhaben angehen können oder nicht", betonte Ottmar Opel (CSU). Marcus Hentschel (CSU) forderte: "Wir müssen jetzt einen Schritt nach dem anderen machen und dürfen nicht alles wieder über
Bord werfen.

Armin Kurz (SPD) ging es wie auch anderen Ratsmitgliedern darum, dass verlässliche Zahlen auf dem Tisch kommen. Liegen diese vor, sei wieder über das Thema zu beraten. Zusammen mit seinem Kollegen Angelo Henninger will er die Bevölkerung eingebunden wissen. "Wir sehen das Projekt alle durch die Bank als positiv an und sollten den bisherigen Zusagen der Offiziellen Glauben schenken", meinte Gilbert Ringsdorf (SPD).

Mit den Worten: "Wir tun jetzt diesen ersten Schritt, und dann sehen wir weiter", beendete stellvertretender Bürgermeister Karl-Heinz Opel (FW) die Diskussion.