Die Ereignisse an jenem Tag vor vier Jahren hat Wolfgang Hoderlein nie mehr vergessen können. Noch heute schießen ihm die Bilder durch den Kopf, wenn er - inzwischen als Vorsitzender - auf dem Gelände des TC Stadtsteinach unterwegs ist. Ein Tennisspieler aus dem Kronacher Land war damals mit Herzinfarkt auf dem Platz zusammengebrochen.

Wolfgang Hoderlein und Dieter Hildner hatten gemeinsam versucht, dem Sportler zu helfen und ihn wiederzubeleben. Doch auch der sofort alarmierte Notarzt konnte ihn nicht ins Leben zurückholen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte es Hoderlein in Kulmbach und Coburg schon selbst zwei Mal erlebt, "wie es ist, von Tennisplatz in die Klinik transportiert zu werden".

Dreieinhalb später - es war der 6. Januar 2014 - stand der SPD-Stadt- und Kreisrat wieder in einer Klinik, diesmal in Kulmbach. Vor dem Zimmer seines Freundes Hansi Hümmer wartete er auf das Erwachen des 59-Jährigen aus dem Koma.

Schnelle Hilfe entscheidend

Auch Hümmer war am 1. Januar beim Tennis plötzlich mit Herzinfarkt zusammengebrochen. Nur die schnelle Herzmassage von Jan Lössl, der Beistand durch Wolfgang Berner von der Telefon-Reanimation der Integrierten Leitstelle Bayreuth und das schnelle Eintreffen von Notärztin Susanne Luber sowie des Rettungsdienstes machten es möglich, dass der 59-Jährige nach acht Tagen aus der Bewusstlosigkeit erwachte - ohne bleibende Schäden.

Für Wolfgang Hoderlein, der Notärztin Susanne Luber vor dem Krankenzimmer wieder traf, fiel an diesem Tag die Entscheidung, etwas zu unternehmen.

Das Ergebnis seiner Unternehmungen konnte er nun auf dem Stadtsteinacher Tennisplatz präsentieren: Mit Unterstützung der Sparkasse, der Kulmbacher Bank, der Mediengruppe Oberfranken Druckereien, der Firma Eka, der Brauerei Schübel und von Motor Nützel verfügt der TC Stadtsteinach ab sofort über einen eigenen Defibrillator. Das vollautomatische Gerät im Wert von fast 2000 Euro soll im Fall der Fälle künftig wichtige Hilfe leisten - "auch wenn wir alle hoffen, dass wir es nie brauchen werden", so Hoderlein.

Angeschafft wurde das Gerät über die Björn Steiger Stiftung, die seit Ende der 1960-er Jahre für die Verbesserung der Notfallmedizin arbeitet. Mit dem Kauf wurde die Stiftung auch direkt unterstützt.

Für Schulturnhallen wichtig

Wolfgang Hoderlein wäre nicht Wolfgang Hoderlein, wenn er sich über das Problem des plötzlichen Herztodes beim Sport nicht umfassend informiert hätte. Sein Fazit: Er will über den Tennis-Bezirk versuchen, dass alle Tennisvereine ein solches Notfallgerät bekommen. Und damit nicht genug: "Ich könnte mir auch vorstellen, dass die schulischen Turnhallen, wo in den Abendstunden oft Breitensport betrieben wird, damit ausgestattet werden."

Sein anderes großes Ziel: Dass sich nicht nur in den Sportvereinen möglichst viele Menschen mit dem Thema Reanimation vertraut machen. Sein Wunschtraum: "Dass am Ende überall solche Geräte hängen und möglichst viele zur Hilfe bereit und befähigt sind."

Was auch Notärztin Susanne Luber so sieht. Sie erklärte sich spontan bereit, beim TC Stadtsteinach für alle Interessenten den Umgang mit einem solchen Defibrillator einzuüben. Sorge, etwas falsch zu machen, brauche niemand zu haben.

Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler), diesmal als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse zu Gast, kann sich durchaus vorstellen, die Anschaffung weiterer Defibrillatoren gemeinsam mit den Kommunen auf den Weg zu bringen.

Was der Stadtsteinacher Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) sofort bestätigte. Das Jubiläum "40 Jahre Freibad Stadtsteinach" will er zum Anlass nehmen, Geld für ein weiteres Gerät zu sammeln.


Der Defibrillator (AED-Gerät)



Funktion

Ein AED-Gerät (Automatisierter externer Defibrillator) ist ein leichtes, handliches batterie- oder akkubetriebenes Gerät, das nach dem Einschalten alle notwendigen Tätigkeiten akustisch klar und unmissverständlich vorgibt. Die Anbringung der Elektroden ist auf diesen genau bezeichnet.


Handhabung

Der Herzrhythmus wird automatisch analysiert. Auch danach gibt das Gerät alles genau und detailliert vor, was der Bediener zu tun hat und das Gerät erklärt, was es selbst tut.
Falls ein lebensgefährliches Kammerflimmern vorliegt, fordert das Gerät zur Defibrillation per Tastendruck auf. Es gibt alle notwendigen Hinweise, beispielsweise dass man den Patienten nicht berühren darf, wenn der Stromstoß ausgelöst wird. Die Geräte erklären auch akustisch, wie die Reanimation mit Beatmung und Herz-Druck-Massage durchzuführen ist.


Bedienung

Die AED-Geräte sind wartungsfrei mit mehrjähriger Garantie. Die Bedienung ist einfacher zu erlernen als die Bedienung eines neu gekauften Fernsehgerätes.



Die Björn Steiger Stiftung

Der Auslöser Am 3. Mai 1969 wird der kleine Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauert es fast eine Stunde, bis der Krankenwagen eintrifft. Björn stirbt am Schock.

Das Tätigkeitsfeld Initiativen der 1969 von den Eltern gegründeten Stiftung sind Hilfen für Kleinkinder, für Unfallopfer, die Fortentwicklung des 1974 initiierten Notarztwagens für Babys und "Kampf dem Herztod".

Mehr Infos finden Siehier.