In der Pfarrei Zu Unserer Liebe Frau hofft die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Angelika Hagen, "dass wieder Ruhe in der Pfarrei einkehrt". "Wir wünschen uns eine gute Zusammenarbeit mit St. Hedwig. Es hat ja immer eine kleine Rivalität zwischen den beiden Kirchen gegeben, aber das habe ich noch nie verstanden", sagt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende.

"Letztlich müssen wir von Unsere liebe Frau und die Menschen von St. Hedwig das gleiche Ziel haben. Es kann durch eine Zusammenarbeit etwas Schönes entstehen", so Hagen. "Ich vermute, dass jeder bei den Messen Abstriche machen muss", macht sie sich keine Illusionen. Denn aktuell werden am Sonntag Vormittag in der Ulf zwei Messen gefeiert, am Samstagabend gibt es eine weitere.

In St. Hedwig finden am Sonntag morgens und abends Messfeiern statt. Doch an diesem Prozedere möchte Dekan Hans Roppelt nichts ändern. "Eine Kürzung der Angebote steht nicht zur Debatte. Ich habe sogar die Hoffnung, dass ich noch einen dritten Priester bekomme", sendet der Dekan ein positives Zukunftssignal.
"Ich wünsche mir, dass es wieder eine Jugendgruppe in der Ulf geben wird und vielleicht Jugendgottesdienste. Und ich wünsche mir, dass es auch wieder zu mehr Veranstaltungen kommt", sagt Kirchenpfleger Frank Ramming und sieht den Wechsel von Dekan Hans Roppelt als Aufbruch.

Seitens der Pfarrei Unsere Liebe Frau gibt es bereits Bestrebungen, gemeinsame Sitzungen zu initiieren. "Die Zusammenarbeit ist von unserer Seite gewollt und in Zeiten des allgemeinen Priestermangels sicherlich auch nötig und richtig", sagt der Kirchenpfleger.

In der Pfarrei ist die Hoffnung groß, dass die ULF in Zukunft Dekanatssitz wird. "Auf expliziten Wunsch des Bischofs wird es so sein, dass der Pfarrsitz in Unserer Lieben Frau sein wird", bestätigt Dekan Hans Roppelt die Vermutung. Allerdings muss das Pfarrhaus hinter der Stadtpfarrkirche erst grundlegend saniert werden.
Die genauen Details werden mit dem Diözesanarchitekten am 7. Februar besprochen. "Wir werden in der ULF und in St. Hedwig ein Pfarrbüro haben, und ich werde in beiden Pfarreien präsent sein. Beide Pfarreien sind gleichberechtigt", sagt Roppelt selbst.

In der Pfarrei St. Hedwig indes teilen die engagierten Mitglieder die bloße Euphorie nicht. "Ich denke, dass Pfarrer Roppelt zuerst bei uns wohnen wird, bis das Pfarrhaus in der ULF saniert ist und später umziehen wird. Aber das überlassen wir ihm selbst", so das langjährige Pfarrgemeinderatsmitglied Siegfried Skowronek (73).
"Ich denke, dass es für den neuen Pfarrer schwierig werden wird. Uns tut es schon sehr leid um unseren Pfarrer Wagner, er hat so viel erreicht", sagt der Kirchenpfleger Siegfried Böhme (71) von St. Hedwig.

"Ich wünsche Dekan Hans Roppelt vor allem viel Kraft, denn bislang waren die Gemeinden auf drei Schultern verteilt", sagt Roswitha Lukas, die aktuell gerade die erste Periode im Pfarrgemeinderat der St. Hedwig hinter sich bringt. "Ich wünsche mir, dass der neue Pfarrer als Hirte der Gemeinde ansprechbar ist", sagt Lukas. Insgeheim fürchtet die Pfarrgemeinderätin, dass die Gemeinde ein bisschen zu groß ist. "Die kleinen Gemeinden sind so viel wert, ich hoffe, das wird nicht durch die neue Struktur zerstört", sagt Lukas.

Bereits ein "Wanderer zwischen den Welten" ist Rainer Daum. Er ist Lektor und Kommunionhelfer an der Ulf, absolviert aber derzeit eine Ausbildung zum Diakon in St. Hedwig. Und 2015 wird er diese Ausbildung abgeschlossen haben. "Ich freue mich auf die Zukunft, eigentlich ist es unwichtig, wo der Pfarrer wohnt", sagt Daum.